Alsbachs höchste Niederlage seit der Zugehörigkeit zur Liga

1. November 2009
von Thomas Zöller

Durch ein deutliches 6:0 gegen den FC Alsbach krönte Fußball-Verbandsligist Rot-Weiß Darmstadt seine Erfolgsserie mit dem bisher höchsten Saisonsieg. Viktoria Griesheim hat nach dem 1:0-Erfolg in Kalbach jetzt acht Punkte Vorsprung auf den nächsten Verfolger, SF Seligenstadt. Der FCA Darmstadt kam gegen den FC Langen nicht über ein 1:1 hinaus und fielf dadurch auf Rang vier zurück. SV Darmstadt 98 II und FC Bensheim trennten sich torlos.

Rot-Weiß Darmstadt – FC Alsbach 6:0 (2:0). Es ist die höchste Niederlage des FC Alsbach seit Zugehörigkeit zur Verbandsliga. Am 7. August 2004, es war der erste Spieltag in der Landesliga (so hieß die Spielklasse bis 2008), kassierten die Alsbacher beim 0:5 in Bruchköbel das bisher deutlichste Negativ-Ergebnis. Gestern dann bekamen die Bergsträßer den Lauf von Rot-Weiß Darmstadt zu spüren. Der Club aus der Heimstättensiedlung hat seit dem 13. September (1:2 beim SV Darmstadt 98 II) nicht mehr verloren. Seitdem folgten fünf Siege und zwei Unentschieden in der Liga sowie zwei Erfolge im Kreispokal. Einer davon mit 4:1 gegen den FC Alsbach, dessen Trainer Harald Exner deshalb auf eine Revanche hoffte. Alle Hoffnungen auf ein respektables Abschneiden der Gäste erfuhren jedoch bereits früh einen Dämpfer: Manuel Do Vale Lopez, der einen glänzenden Tag erwischt hatte, sorgte bereits in der zweiten Spielminute für die 1:0-Führung, sein Sturmpartner Florian Funk legte sieben Minuten später das 2:0 nach. Alsbach schien anfänglich wenig beeindruckt und erspielte sich ebenfalls Chancen, die besten vergaben Joachim Fricker (15.) und Cengiz Gencer (34.), die beide nur den Torpfosten trafen, sowie Andreas Betz (34.), der den Ball im Nachsetzen aus wenigen Metern am Tor vorbei schob. „Das Spiel ist noch nicht gelaufen“, sagte Exner nach dem Abpfiff der ersten fünfundvierzig Minuten zu seinem Kollegen Stephan Adam, der ihm beipflichtete. Dessen Mannschaft kam allerdings nach der Halbzeitpause mit einer Power aufs Spielfeld zurück, die mehr als beeindruckend war. Und Adams Auswechslung zur Pause stach: René Koll, der für Konstantin Dukas ins Spiel gebracht wurde, nahm ein intelligentes Zuspiel von Do Vale Lopez volley und erzielte damit drei Minuten nach seiner Einwechslung das 3:0. „Wenn es dann erstmal 3:0 oder 4:0 steht, läuft beim Einen alles und beim Anderen nichts mehr“, bemühte Exner eine Fußballer-Erfahrung als Erklärung für die totale Desorientierung seines Teams. Denn es lief tatsächlich gar nichts mehr zusammen: Nach vorne gab es weder dienliche Kombinationen noch war der Ansatz einer Idee wahrzunehmen. Im Mittelfeld standen die Gäste stets mindestens einen Meter zu weit vom Gegner weg und in der Abwehr gab es Räume, welche die Rot-Weißen zu Kombinationen, die durchaus zum Staunen verleiteten, nutzten. Drei davon schlossen Do Vale Lopez (51./58.) und Funk (78.) zum Endstand ab, der in dieser Höhe völlig verdient war.

FCA Darmstadt – FC Langen 1:1 (0:0). „Wir hatten uns viel vorgenommen“, sagte FCA-Sprecher Horst Klöber, „doch irgendwie fehlte die Spannung“. Davon brachten die engagiert auftretenden Gäste mehr mit. Deren FĂĽhrung wäre bereits in der zehnten Minute möglich gewesen, doch Epie EbongollĂ© schoss zu diesem Zeitpunkt einen Foulelfmeter am Arheilger Tor vorbei. “Optisch sah’s zum Teil gut aus, was wir machten“, so Klöber, doch war dann spätestens bei Langens kompakter Defensive Schluss. Das 0:1 durch Florian Pollok (72.) deutete auf die drohende Niederlage der Gastgeber hin, doch Nasir Safi traf drei Minuten vor dem Spielende zum Ausgleich – „glĂĽcklich“, wie Klöber meinte.

FC Kalbach – Viktoria Griesheim 0:1 (0:1). Auf Goalgetter Patrick Stumpf und Defensiv-Stammspieler Fabian Windeck musste Viktoria Griesheim verletzungsbedingt verzichten, doch die Stellvertreter machten ihre Sache sehr gut: StĂĽrmer Adam Michalczenia erzielte in der 33. Minute das entscheidende Tor, und Youngster Oliver Greindl lieferte in der Abwehr eine ĂĽberzeugende Vorstellung ab. Beim Chancenverhältnis von 10:1 hätte fĂĽr Griesheim durchaus mehr heraus springen können. „Keiner machte das erlösende 2:0“, beschrieb Viktoria-Sprecher Erwin Erb das Bangen in der zweiten Halbzeit, als sich Kalbach mehr engagierte und Prince SchĂĽlke den Torpfosten traf (63.). Nach der Hereinnahme von Oliver Nedic und Jean-Marie Starck drehten die Griesheimer in der Schluss-Viertelstunde noch einmal richtig auf, doch ein weiterer Treffer sollte weiterhin nicht gelingen. Ein anderes Urteil als„ unterm Strich war’s ein verdiender Sieg“ blieb Erb daher auch nicht ĂĽbrig.

SV Darmstadt 98 II – FC Bensheim 0:0. Die Lilien hätten aus einer handvoll GroĂźchancen weitaus mehr machen mĂĽssen. Bensheim, vor allem auf Abwehr bedacht, kam lediglich einmal, bei einer Möglichkeit von Daniel Nischwitz (86.) gefährlich vor’s Tor, doch SV 98-Keeper parierte in klasse Manier und rettete den Darmstädtern damit wenigstens einen Punkt.

Stenogramme:

RW Darmstadt – Alsbach 6:0
RW Darmstadt: Breitwieser – Frisch (71. Brück), Pineker, Yildiz, Bick – Lohrer, Kalbfleisch, Felter, Dukas (46. Koll) – Funk, Do Vale Lopez (71. Hübner).
FC Alsbach: Schneider – Heyse (67. Heß), Lerch (67. Müller), Seitz, Ehmig – Horst, Wanitschek, Fricker, Betz (46. Sözer), Gencer – Wendel.
Schiedsrichter: Roth (Ubstadt-Weiher). Tore: 1:0 Do Vale Lopez (2.), 2:0 Funk (9.), 3:0 Koll (49.), 4:0 Do Vale Lopez (51.), 5:0 Do Vale Lopez (58.), 6:0 Funk (78.). Zuschauer: 280.

Kalbach – Griesheim 0:1
Viktoria Griesheim: Pauer – Schulte, Kalbfleisch, Prugovecki, Greindl – Dickler, Schwarz, Hinze (75. Nedic), Kwiaton (75. Starck) – Caylak, Michalczenia.
Schiedsrichter: Sale (Langstadt). Tor: 0:1 Michalczenia (33.). Gelb-Rote Karte: Spysla (63./Kalbach). Zuschauer: 80.

Darmstadt 98 II – Bensheim 0:0
SV Darmstadt 98 II: Schreiner – Schwab, Nadaroglou, Walter, Malcherowitz – Reka, Kessler, Jung, Sadeghi – Kandemir, Özdemir.
Schiedsrichter: Reisert (Ober-Roden). Zuschauer: 100.

FCA Darmstadt – Langen 1:1
FCA Darmstadt: Vogt – Müller, Safi, Hasa, Remmers – Klöber, Weiland, Kluin, Repp (73. Holstein) – Hosseini, Baoussar (65. Hunsicker).
Schiedsrichter: Keil (Kronberg). Tore: 0:1 Pollok (72.), 1:1 Safi (87.). Zuschauer: 100.

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