Beim Darmstadt-Cross fällt die Entscheidung, wer bei der EM startet.
Die Resonanz ist qualitativ wie quantitativ groß – und überrascht selbst Organisationsleiter Wilfried Raatz: „Mit so vielen Meldungen hätte ich nicht gerechnet“, gibt der zweite Vorsitzende des veranstaltenden ASC Darmstadt vor dem 24. Darmstadt-Cross am Sonntag zu. Knapp 900 Teilnehmer hatten sich bis gestern in die Starterlisten eingetragen, bis zu 1000 könnten es laut Raatz mit den Nachmeldungen am Wettkampftag noch werden.
Besonders erfreut ist das Organisationsteam über den großen Rücklauf aus den Schulen. 45 Einrichtungen aus dem Landkreis und der Stadt entsenden Starter. Und da die Schülerinnen B den Wettkampftag um 12 Uhr eröffnen und der letzte Startschuss um 15.45 Uhr den Schülerinnen und Schülern C gilt, kommt dem Nachwuchs als zeitliche Klammer eine tragende Rolle zu.
Sportlich liegt die Aufmerksamkeit dagegen auf den Rennen der Jugend, Junioren und Aktiven. Denn in allen drei Klassen ermittelt der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) am Wochenende in Darmstadt seine Nationalteams für die Europameisterschaften Mitte Dezember in Brüssel. Nach dem Cross in Pforzheim vor zwei Wochen haben sich bereits Namen herauskristallisiert, doch die Entscheidung, wer bei der EM dabei ist, wird auf der Lichtwiese fallen. Damit erhalten die Hauptrennen besondere Brisanz. Zugleich bildet der Darmstadt-Cross den Abschluss des erstmals seit fünf Jahren wieder durchgeführten deutschen Cross-Cups, der mit Prämien von bis zu 800 Euro für zusätzliche Anreize sorgt.
Aufgrund dieser Voraussetzungen bieten sich dem Zuschauer am Sonntag attraktive Felder. Bei den Männern sind über 9700 Meter mit Stephan Hohl (Cross Langstrecke), Sebastian Hallmann (10 000 m), Steffen Uliczka (3000 m Hindernis) und Falk Cierpinski (10 km) gleich vier deutsche Meister der vergangenen Saison am Start. Der Münchner Hallmann setzte sich als Zweiter in Pforzheim über 10,6 km gegen Hohl (Huchenfeld) zwei sowie Uliczka (Vierter/Kronshagen) durch. Hohl seinerseits hat nach dem Erfolg beim Auftakt des Cross-Cups im Februar alle Chancen, sich in Darmstadt den Gesamtsieg der dreiteiligen Wertung zu sichern. Hinzukommt mit Falk Cierpinski einer der Gewinner des Jahres. Der ehemalige Duathlet vom SV Spergau steigerte beim Berlin-Marathon im Oktober seine persönliche Bestzeit auf 2:13:30 Stunden und ist damit der schnellste Deutsche in 2008.
Bei den Frauen über 6700 m hat Julia Viellehner (Passau) beste Chancen, den Cross-Cup zu gewinnen, muss im Kampf um den Tagessieg aber nicht nur die Gewinnerin von Pforzheim, Simret Restle (Frankfurt), sondern auch die starken Juniorinnen um Heike Bienstein (Dortmund) und Julia Hiller (Fürth/München) fürchten. Mit Ulrike Maisch (Rostock) ist zudem die Marathon-Europameisterin aus dem Jahr 2006 in Darmstadt am Start.
Das Rennen der Frauen und Juniorinnen wird um 13.05 Uhr gestartet, die Männer und Junioren gehen um 14.50 Uhr auf den Rundkurs. Auf diesem erwartet Raatz aufgrund der angekündigten Niederschläge einige Schlammpassagen. Zudem wurden mit Strohballen zusätzliche Hindernisse in den Parcours eingebaut. Allerdings wurden gefährliche Löcher zusammen mit den Mitarbeitern der Technischen Hochschule gefüllt, um das Verletzungsrisiko der Teilnehmer zu minimieren. Vor allem, um den Nachwuchs nicht abzuschrecken, der den Aufwärtstrend im Cross-Bereich auch in den nächsten Jahren fortführen soll.












