Die Zahl der Fahrradunfälle steigt, deshalb:

29. Februar 2012
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Eschborn-Frankfurt engagiert sich für mehr Sicherheit auf zwei Rädern

Diese Zahlen haben die Organisatoren von Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt aufgeschreckt: Im Jahr 2010 gab es 65.573 Fahrradunfälle in Deutschland, Fahrradfahrer waren bei Unfällen mit Motorrädern zu 59 Prozent schuld, bei Unfällen mit Fußgängern sogar zu 61 Prozent. In Frankfurt musste die Polizei 923 Radfahrunfälle notieren, 3 endeten tödlich, 118 Personen waren schwer verletzt, 642 Menschen leicht verletzt, 188 Fahrradfahrer fuhren ohne Helm. „Als wir diese Daten sahen, war klar, dass wir den Radsporttag am 1. Mai nutzen wollen, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Uns liegt die Sicherheit der Breitensportler genauso am Herzen wie der Weltklassefahrer im Eliterennen“, sagt Veranstalter Bernd Moos-Achenbach. „Wir müssen uns mit den Gefahren des Radfahrens und des Straßenverkehrs auseinandersetzen.“

Die Frankfurter Polizei möchte die Zahl der Radverkehrsunfälle um 30 Prozent senken. Da die meisten Unfälle im Juni und Juli passieren, ist ein Aktionstag unter dem Titel „Sicherheit auf zwei Rädern“ im Mai ideal. „Wir können zwar keine Kurse oder Schulungen, wie man sich im Straßenverkehr als Radfahrer zu verhalten hat, organisieren“, sagt Bernd Moos-Achenbach. „Aber wir können auf die drei Hauptursachen aufmerksam machen.“ Dies sind eine falsche Straßenbenutzung, Fehler beim Abbiegen oder Einordnen sowie das Nichtbeachten der Vorfahrt. „Wir werden zusammen mit der Polizei in den nächsten Wochen im Rahmen unseres Rennens einige Maßnahmen präsentieren, mit denen wir uns einbringen wollen.“ Polizeidirektor Dieter Herberg begrüßt diese Zusammenarbeit. „Wir wollen ja, dass der Radfahrer nicht der Böse ist. Insgesamt sehen wir das Radfahren positiv, doch die Radfahrer müssen auch begreifen, dass sie Verkehrsteilnehmer sind und sich an Regeln zu halten haben.“

Erste Schritte am Aktionstag für mehr Radsicherheit sind schon geplant. Die Sicherheit im Straßenverkehr wird bei Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt alle öffentlichen Auftritte begleiten. Dazu kommt beim Jedermannrennen Škoda Velotour ein Startblock, dessen Teilnehmer ohne Zeitmessung und mit niedriger Durchschnittsgeschwindigkeit auf die Strecke gehen können. So machen die Freizeitfahrer neue Erfahrungen und gewinnen an Sicherheit hinzu. Ein Flyer „Unfallprävention auf dem Zweirad“ ist übrigens in den Starterbeuteln zu finden. Alle Zuschauer sind eingeladen, mit dem Fahrrad ins Rennzentrum auf den Frankfurter Opernplatz zu kommen und ihr Sportgerät auf dem Fahrradparkplatz abzustellen. Sie können sich an speziellen Ständen zum Thema „Wie verhalte ich mich richtig im Verkehr?“ informieren.

„Und eine zweite Problematik liegt mir in dieser Saison am Herzen“, sagt Bernd Moos-Achenbach. „Natürlich geht das gute Renommee unserer Veranstaltung in erster Linie auf das Profirennen zurück. Seit zehn Jahren aber haben wir auch ein Jedermannrennen mit Strecken von 100 und 70 Kilometer für ambitionierte Freizeitradler. Die Marathondistanz von 42 Kilometern haben wir eingerichtet, um jedem, der ein Fahrrad besitzt, eine Chance zu geben, bei Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt mitzumachen und am 1. Mai eine schöne Ausfahrt zwischen Eschborn und Frankfurt zu erleben. Diese Information ist bei der Bevölkerung leider immer noch nicht angekommen. Ich lade deshalb in diesem Jahr alle Frankfurter und alle Bewohner des Rhein-Main-Gebietes ausdrücklich und ganz herzlich ein, bei der Škoda Velotour aktiv zu sein und mit der Familie einen schönen Tag im Rennzentrum Eschborn zu erleben, wo auf einer Großleinwand auch das Eliterennen zu sehen ist.“

Nicht nur für die Erwachsenen, auch für Kinder und Jugendliche gibt es Wettbewerbe. Dafür müssen sie noch nicht einmal in einem Verein sein. Wenn die Kids ein verkehrssicheres Fahrrad und einen Helm mitbringen, können Sie für fünf Euro in ihrer Altersklasse starten und auf dem Rundkurs in Frankfurt unter Wettbewerbsbedingungen ein paar Runden drehen. „Unsere Rennen werden gut angenommen, allerdings reicht uns das nicht“, sagt Bernd Moos-Achenbach, dessen Team inzwischen mit Sportstudenten der Gutenberg-Universität Mainz zusammenarbeitet.

Xenia Eichholz kümmert sich im Rahmen eines Praktikums um die Frankfurter Schulen. Über das Stadtschulamt hat sie Kontakt zu allen Sportkoordinatoren aufgenommen und sich zudem mit einem Anschreiben an 25 Schulen direkt gewandt – von der Anna-Schmidt-Schule bis zur Zentgrafenschule. Für die Schülerinnen und Schüler, die über diese Aktion akquiriert werden, ist der Start kostenlos. Für alle gibt es auf jeden Fall eine Medaille. Und sicherlich ein gutes Miteinander und viel Spaß an diesem Radsporttag in der Region. Bastian Berndt will die Fahrer ansprechen, die im Alltag mit ihrem Rad unterwegs sind. Er verteilt zusammen mit einigen Kommilitonen und Freunden demnächst 5000 Flyer mit dem Motto „Du und Dein Fahrrad sind fit für den 1. Mai“ an Bahnhöfen, Fahrradparkplätzen und Universitäten in Frankfurt, Eschborn und Umgebung.

Ansonsten bleibt bei „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ vieles wie bekannt, was den Aktiven und Zuschauern entgegenkommt: Es gibt zwei Radrennzentren an der Frankfurter Alten Oper und bei Mömax/Mann Mobilia XXXL in Eschborn, sieben Kinder- und Jugendrennen auf dem Frankfurter Innenstadt-Rundkurs, die Skoda Velotour-Fahrer haben drei Distanzen mit Start und Ziel in Eschborn, wo auch die Tandemfahrer, Handbiker ,Tretrollerfahrer (Deutscher Tretroller Cup Race) und Teilnehmer mit Sonderfahrrädern beheimatet sind. Eine Neuerung haben die Skater bei der Rhein-Main Skate-Challenge eingeführt. Über 70 und 42 Kilometer nutzen sie die Strecke der Radfahrer von Eschborn aus, die neue Marathon-Halbdistanz (21 km) erstreckt sich vom Reuterweg in Frankfurt zum Ziel nach Eschborn. Die Rhein-Main Skate-Challenge ist auch in diesem Jahr wieder Teil des German Inline Cups. Rad-Elite und U23 starten in Eschborn und haben ihr Ziel in Frankfurt.

Die Städte Eschborn und Frankfurt bleiben Hauptsponsoren des Radklassikers, mit dabei sind auch wieder Lotto Hessen, das Deutsche Rote Kreuz, Hansen Kreative Werbetechnik, Škoda Auto Deutschland und die Privat-Brauerei Schmucker. Als neue Sponsoren können das IO Hotel in Schwalbach, und Zweirad Stadler begrüßt werden. Der Verband der Köche ist wieder dabei und engagiert sich in größerem Umfang. Die Köche betreuen einen Stand auf dem Opernplatz für Jedermann und wollen in Eschborn die Ehrengäste und die Presse verwöhnen. Als soziales Projekt wird wieder „Rückenwind“ unterstützt, ein Projekt um Frühchen, für das im vergangenen Jahr die Škoda Velotour-Fahrer 3000 Euro gesammelt haben. Die Rennzeitung erscheint in der Frankfurter Neuen Presse und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Als Home Broadcaster überträgt der Hessische Rundfunk in Fernsehen und Hörfunk die Ereignisse rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt. Zu den treuen Sponsoren des „Team Taunus“ gehören Schwalbach, Sulzbach, Eppstein und Oberursel.

Das Fahrerfeld der Elite entwickelt sich sehr positiv. Bereits sieben ProTeams sowie alle relevanten deutschen Mannschaften sind verpflichtet worden. Zu Škoda Velotour haben sich bereits 1575 Fahrer angemeldet. Wer will, kann wieder über den Feldberg fahren. Die Fahrer der Škoda Velotour, die ihre Herausforderung über 103 Kilometer suchen, haben in den beiden vergangenen Jahren die Sperrung wegen Frostschäden mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Die Straße war für Zweiräder nicht geöffnet, weil die Abfahrt vom höchsten Gipfel des Taunus (881 Meter) hinunter zum „Roten Kreuz“ zu gefährlich war. Nun sind alle Schäden behoben, die Straße kann ohne Bedenken genutzt werden und ist auch für Radfahrer freigegeben. „Wir wissen, dass viele Fahrer unbedingt den Feldberg bezwingen wollen und sind froh, dass er wieder in die Streckenplanung aufgenommen werden konnte“, sagt Veranstalter Bernd Moos-Achenbach. „Die Strecke der Profis geht jetzt selbstverständlich auch wieder über den Feldberg.“

Das und noch viel mehr will sich der Veranstalter des Bergrennens Dwaegalyong Hillclimb in Südkorea anschauen. Er heißt Dong Woo Kim und kommt aus Gangneung 16 Wettbewerbe an einem Tag sind weltweit schließlich einmalig. Der koreanische Organisator wirbt mit 4000 Flyern in den Starterbeuteln auch für seinen Wettbewerb.

Angelika Müller

PfunRun

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