Doppelerfolg für den RSC Darmstadt

17. Februar 2011
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Eishockey: Einen erfolgreichen Doppelspieltag absolvierte der RSC am letzten Wochenende in der Regionalliga West. Am Freitagabend konnten die Darmstädter beim Tabellenletzten in Iserlohn einen 6:5 Erfolg feiern. Zunächst hatten der RSC einige Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Wie beim ersten Gastspiel am Seilersee hatte der gastgebende Iserlohner EC mehr vom Spiel, und Torwart Eike Busch musste einige Male sein Können beweisen, um einen frühzeitigen Rückstand zu verhindern. In der 6. Spielminute war er allerdings machtlos, als die Iserlohner mit einem Mann mehr auf dem Eis eine Kombination durch Arnold Skripa zur 1:0 Führung abschließen konnte.
Mit dieser Führung im Rücken waren die Gastgeber weiterhin Spiel bestimmend, während auf der anderen Seite die Darmstädter wenig Torgefahr ausstrahlten. In der Offensive machte sich das Fehlen u.a. von Adrian Parejo und Marcel Schaary doch bemerkbar. Auch in der Defensive musste Trainer Volker Lindenzweig mit Jan Nissen einen erfahrenen Spieler ersetzen. Jan Nissen wird aufgrund eines Innenbandanrisses im Knie in dieser Saison auch kein Spiel mehr bestreiten können.
So mussten die verbliebenen Verteidiger Gerd Engler, Noel Johnson und Marcel Gaitantzis Zusatzschichten schieben, um das Fehlen etlicher verletzter Verteidiger zu kompensieren. In der 9. Spielminute durften die wenigen Iserlohner Anhänger erneut jubeln, gerade hatte der IEC eine Strafzeit ohne Schaden überstanden, als wiederum Arnold Skripa den Darmstädter Torwart Busch überwinden konnte. Kurz darauf sollte die letztendlich entscheidende Szene in dieser Begegnung passieren. Nach einem Foulspiel an Steven Töteberg musste der Iserlohner Marc Polter mit einer fünfminütigen Strafe plus einer Spieldauerdisziplinarstrafe vorzeitig unter die Dusche. Nun hatte der RSC die große Gelegenheit, in diesen fünf Minuten wieder ins Spiel zu finden. Zunächst allerdings war das Überzahlspiel in gewohnter Weise harmlos und umständlich. Erst 35 Sekunden vor Ende der Strafe brachte Torjäger Christian Wehner den Puck zum 1:2 am Iserlohner Torwart Sven Rotheuler vorbei. Nur 12 Sekunden später nutzte Verteidiger Noel Johnson den Freiraum mit einem Mann mehr auf dem Eis und traf zum 2:2 Ausgleich – und auch am Führungstreffer war Noel Johnson beteiligt, denn eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit erzielte Sascha Falk nach Zuspiel von Johnson den dritten RSC Treffer. Somit hatten die Darmstädter innerhalb von 34 Sekunden das Ergebnis gedreht und gingen mit dieser glücklichen 3:2 Führung in die erste Pause.
Nach Wiederbeginn bestimmten die Gastgeber wieder das Spiel, und wieder war es Arnold Skripka (24.), der mit seinem dritten Tor an diesem Tag den 3:3 Ausgleich erzielen konnte. Auch an der neuerlichen Führung der Iserlohner war Skripka beteiligt. In der 29. Minute bereitete er den vierten IEC-Treffer durch Constantin Wichern vor. Aber nur zwei Minuten später traf Tobias Schmidt zum 4:4 Ausgleich für die Südhessen. In der letzten Spielminute des zweiten Spielabschnittes sorgte Felix Obieray wieder für die 5:4 Pausenführung für den RSC.
Im letzten Spieldrittel sollte dann eine Abwehrschlacht für die Darmstädter folgen. Die Iserlohner verstärkten stetig den Druck auf das Darmstädter Gehäuse, aber sie scheiterten immer wieder am aufmerksamen Eike Busch oder einige am eigenen Unvermögen, den Puck in das RSC-Tor zu befördern. Der RSC war jetzt nur noch gelegentlich mit Kontern gefährlich, und einer dieser wenigen Angriffe brachte in der 48. Minute die 6:4 Führung für die Hessen durch Marcel Gaitantzis. Als Nils Einert nur knapp eine Minute später den Anschlusstreffer erzielen konnte, wurde es noch einmal spannend, doch am Ende stand ein glücklicher 6:5 Auswärtssieg für die Darmstädter auf der Anzeigentafel.

Iserlohner EC: Rotheuler – Ketter, Oster, Gleibler, Bergmann, Mühlfort – Brüggenschmidt, Wichern, Jahrendt, Einert, Skripka, Hill, Brozé, Döscher, Polter

RSC Darmstadt: Busch (Fach) – Engler, Gaitantzis, Johnson, Sasek, Obieray – Töteberg, Hofmann, Bernecker, Roth, Punga, Wehner, Schaary, Parejo, Falk, Schmidt, Sartorius, Dörr

Tore: 1:0 (04:55) Skripka (Brozé/Wichern 5-4), 2:0 (09:23) Skripka, 1:2 (14:15) Wehner (Dörr/Engler 5-4), 2:2 (14:27) Johnson (4-5), 2:3 (14:39) Falk (Johnson 5-4), 3:3 (23:52) Skripka, 4:3 (28:55) Wichern (Brozé/Skripka 5-4), 4:4 (31:47) Schmidt (Engler/Roth), 4:5 (39:07) Obieray (Johnson), 4:6 (47:51) Gaitantzis, 5:6 (49:04) Einert (Skripka)

Strafen:
Iserlohner EC: 12 Min plus 5 Min. plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Polter)
RSC Darmstadt: 14Min.

Zuschauer: 21
Schiedsrichter: Andreas Kissing

Am Sonntagabend hatte der RSC dann den EHC Neuwied zu Gast und konnte mit den 9:8 Sieg erfolgreich Revanche für die 2:8 Niederlage (Torschützen Noel Johnson und Chris Punga) im Nachholspiel am vergangen Dienstag nehmen. Insgesamt sahen die Zuschauer einen kuriosen Spielverlauf. Das erste Drittel wurde weitgehend von den Gästen aus Rheinland-Pfalz bestimmt und endete verdientermaßen mit 3:1 für den EHC. Der EHC Neuwied ging in der 7. Spielminute durch den Stephan Petry in Führung. Zwar sollte es nur 20 Sekunden dauern, ehe Max Dörr den 1:1 Ausgleichstreffer für den RSC erzielen konnte, aber eine halbe Minute später landete die Hartgummischeibe nach einem Schuss von Daniel Nistroj erneut im Darmstädter Tor. Und nachdem Alexander Bill in Unterzahl auf 3:1 erhöhen konnte, schien das Spiel den gleichen Ablauf wie beim Spiel in Neuwied zu nehmen. Der RSC war im ersten Spielabschnitt zu dieser Zeit nicht fähig, das Spielgeschehen in die Hand zu nehmen, sondern musste immer wieder auf das Spiel der Neuwieder reagieren. So waren die Darmstädter mit dem 1:3 Rückstand zur ersten Pause noch gut bedient. Was sich nach der Pause im zweiten Drittel allerdings auf dem Eis abspielen sollte, hatten die Anhänger des RSC lange nicht mehr gesehen. Auf einmal lief das Spiel nur noch in Richtung der Neuwieder Torwarts Alexander Rodens, und dieser wusste nicht wie ihm geschah. Nach dem schnellen 2:3 Anschlusstreffer durch Max Dörr (21.) spielten sich die Hausherren in einen wahren Rausch. Zwischen der 26. und 29. Spielminute trafen die Darmstädter fünf Mal ins gegnerische Gehäuse. Jeder Schuss landete irgendwie im Neuwieder Tor, und nach den Toren durch Adrian Parejo (26.), Tobias Schmidt (26.), Philip Roth (27.), Martin Sasek (27.) und Marc Bernecker (29.) führte der RSC plötzlich mit 7:3. Der Neuwieder Trainer Jens Hergt versuchte zunächst mit einer Auszeit (27.) das Spiel seiner Mannschaft wieder zu ordnen, aber erst ein Torwartwechsel (Alexander Neurath spielte ab der 29. Minute) brachte das gewünschte Ergebnis und wieder etwas Ruhe in die Reihen der Gäste. Als Kapitän Gerd Engler (38.) noch vor der Drittelpause den achten Darmstädter Treffer markierte, schien das Spielendgültig entschieden. Doch wie nach der ersten Pause fand auch diesmal die Mannschaft mit Rückstand wieder ins Spiel zurück. Nun nahmen die Gäste aus Neuwied das Spielgeschehen wieder in die Hand und innerhalb von einer Minute verkürzten sie auf 5:8. Zwar gelang es Max Dörr (45.) in Überzahl auf 9:6 zu erhöhen, aber der EHC Neuwied verkürzte durch Marc Blumenhofen (45.) wenig später auf 9:6. Jetzt begann endgültig das große Zittern auf Seiten der Gastgeber, denn der RSC wurde immer mehr in die Defensive gedrängt. Folge des Dauerdrucks war der Treffer zum 7:9 durch Wilhelm Hamann (53.) Drei Minuten vor Ende überstand der RSC noch ein Unterzahlspiel ohne Gegentreffer. In der letzten Spielminute setzte der Neuwieder Trainer dann alles auf eine Karte und nahm seinen Torhüter zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Diese Überzahl brachte den Gästen zwar durch Andres Leufgen noch den Anschlusstreffer ein (60.), aber am Ende rettete die Schlusssirene den RSC Darmstadt vor einem möglichen Unentschieden. Mit diesem Erfolg konnten die Darmstädter ihren sechsten Tabellenplatz festigen und mit einem sechs-Punkte-Vorsprung auf den Iserlohner EC dürfte dieser Platz auch sicher sein. Somit wird der RSC in den Abstiegsspielen ab März erneut auf den EHC Neuwied treffen.

RSC Darmstadt: Busch (Fach) – Engler, Gaitantzis, Johnson, Sasek, Obieray – Töteberg, Hofmann, Bernecker, Roth, Punga, Wehner, Schaary, Parejo, Falk, Schmidt, Sartorius, Dörr

EHC Neuwied: Rodens (-28:54), Neurath (-60:00) – Tomasik, Grundl, Halfmann, Stroecks, Morys – Nistroij, Petry, van Eckeren, Blumenhofen, Leufgen, Bill, Hamanns

Tore: 0:1 (06:19) Petry (Leufgen), 1:1 (06:39) Dörr (Parejo), 1:2 (07:15) Nistroij (Petry/Stroecks), 1:3 (15:04) Bill (4-5), 2:3 (20:49) Dörr (Parejo/Falk), 3:3 (25:33) Parejo (Engler/Falk), 4:3 (25:56) Schmidt (Wehner/Sasek), 5:3 (26:29) Roth (Engler), 6:3 (26:56) Sasek (Parejo), 7:3 (28:54) Bernecker (Roth/Sasek), 8:3 (37:18) Engler (Roth), 8:4 (40:11) Hamann (Blumenhofen/Bill). 8:5 (41:13) Hamann (Halfmann 5-4), 9:5 (44:18) Dörr (5-4), 9:6 (44:58) Blumenhofen (Hamann/Bill), 9:7 (52:03) Hamann (Halfmann), 9:8 (59:31) Leufgen (Halfmann 5-6)

Strafen:
RSC Darmstadt: 14 Min
EHC Neuwied: 16 Min. plus 10 Min. Petry

Zuschauer: 187
Schiedsrichter: Uwe Jacobi (Michael Löw / Bogdan Paracki)

(RSC Darmstadt)

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