Es geht nur über den Kampf

3. März 2014
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Viktoria holt in Vellmar nach 2:1-Sieg wichtige Punkte

Nach neun sieglosen Spieltagen (letzter Sieg am 6. Oktober gegen Wehen!) konnte die Mannschaft der Viktoria in der Hessenliga endlich mal wieder einen Dreier einfahren und damit ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg verbuchen. Das Team war von dem neun Trainer Holger Kurth und seinem Assistenten Peter Seitel beim starken Tabellenvierten vor den Toren von Kassel glänzend eingestellt und motiviert. Also ein Einstand nach Maß für die neuen Coachs. Es zeigte sich, dass es in der derzeitigen Situation bei fast nur gleichwertigen Gegnern nur über den Kampf geht – man aber auch das notwendige Spielglück haben muss.
Nach dreistündiger Busreise noch etwas unkonzentriert, hatte Griesheim in der Anfangsphase zweimal Glück, dass es nicht zu einem Rückstand kam. In der 4. Minute sprang der Ball vom Pfosten des Viktoria-Tors zurück und zwei Minuten später brachte Torhüter René Blessing bei einem Schuss ins lange Eck gerade noch so die Fußspitze dazwischen. Doch dann ging es ,,zur Sache“. Kaum einer der Spieler zog bei einem Zweikampf den Fuß zurück. Der Schiedsrichter hatte in der enorm kampfbetonten Partie alle Hände voll zu tun. Am Ende hatte er nicht weniger als achtmal den gelben bzw. roten Karton gezückt, davon allein sechsmal für einen Griesheimer. Sein Punktspieldebüt bei Griesheim im offensiven Mittelfeld gab Enes Dursun, zuletzt Hessenligaspieler des FSV Fernwald, der sich beruflich in unsere Gegend verändert hat.
In der 18. und 22. Minute hatte Sturmführer Andreas Klug zwei gute Möglichkeiten, aus denen er mehr hätte draus machen müssen. Vellmars Torhüter musste nach 40 Minuten wegen einer Verletzung vom Platz und wurde durch die Vellmarer Nummer 2 ersetzt. Kurz vor der Pause fand eine glänzende Vorarbeit von Burak Bilgin keinen Abnehmer von dem Tor. Eine Griesheimer Führung bei Halbzeit wäre durchaus zu vertreten gewesen.
Die beste Phase für die Viktoria kam kurz nach Wiederbeginn. Eine hohe Flanke leitete Andreas Klug weiter zu Bilgin, der den Ball aus zehn Metern unhaltbar zum 1:0 ins lange Eck platzierte. Und drei Minuten später sollte es noch besser kommen. Abwehrchef Fabian Windeck kam über außen durch und seine Rückgabe knallte Dominique Jourdan, einer der auffälligsten Griesheimer Spieler an diesem Tag, zum 2:0 ein. Ein Zwei-Tore-Vorsprung war schon mal beruhigend, motivierte aber nun die Gastgeber, die nun auch keinen Fuß mehr zurückzogen und das Spiel noch drehen wollten. Nach 65 Minuten sah Außenverteidiger Fabian Hinterschied bei seinem zweiten Foul die gelb-rote Karte. Also 25 Minuten (plus fünf Minuten Nachspielzeit) Unterzahl für die Viktoria. Trainer Holger Kurt wechselte mit Marco Fetsch einen weiteren Defensivspieler ein. Doch nach 70 Minuten stand es nur noch 2:1: Mitten aus dem Getümmel vor dem Tor heraus, lag der Ball plötzlich im Netz. Es roch etwas nach Eigentor (Jourdan). Torhüter Blessing und die laufend geforderte Abwehrkette davor hatten lange, bange Minuten zu überstehen. Bei einem Konter hätte Jean-Marie Starck alles klar machen können, doch sein Schuss ging um Zentimeter vorbei und es musste bis zur 95. Minute gezittert werden.
Bei der anschließenden Pressekonferenz (so etwas gibt es bei dem dortigen rührigen Verein) lobte Griesheims Coach Kurth die starke kämpferische Leistung seiner Mannschaft und sprach von einem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg. Vellmars Trainer Deppe war der Meinung, dass sein Team in dem typischen Kampfspiel besser war und fünf schwache Minuten den Sieg gekostet hätten.
Und nun kommt es am kommenden Samstag zum hochinteressanten Lokalderby gegen Rotweiß Darmstadt im Viktoria-Stadion, das im Zeichen des Abstiegskampfes steht und sicher seine Anziehungskraft nicht verfehlen wird.
Es spielten: Blessing – Hinterschied, Windeck, Jourdan, Walter – Starck, Schwarz, Dursun, Bilgin (88. Dillmann) – Jung (69. Fetsch), Klug (82. Görlich)
Schiedsrichter: Haustein (Großen-Buseck) – ohne entscheidende Fehler in einer schwer zu leitenden Partie
Zuschauer: 250
Tore: 0:1 Bilgin (50.), 0:2 Jourdan (53.), 1:2 Kemper (70.)
Tormöglichkeiten: Vellmar 8, Griesheim 6
Gelb-rote Karte: Hinterschied (65.)
Gelbe Karten: Vellmar 2, Griesheim 5 (Klug, Hinterschied, Windeck, Bilgin, Fetsch) er

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