Fußball Verbandsliga: Viktoria Griesheim gewinnt 2:1 gegen die U 23 des SV Darmstadt 98. Spiele gegen die ,,Lilien“ sind immer etwas Besonderes für die Griesheimer Fußballer. Zumeist haben dabei die 98er das bessere Ende für sich. Doch es geht auch anders herum. Das Lokalderby am letzten Sonntag entwickelte sich mit zunehmender Spieldauer zu einem wahren Krimi und fand – aus Griesheimer Sicht gesehen – ein Happy-End. Völlig zurecht ging diesmal das blutjunge Viktoria-Team als Sieger vom Platz.
Die U 23 des SV 98, Unterbau der Regionalliga-Mannschaft, wollte in Griesheim endlich die ,,Rote Laterne“ des Tabellenletzten loswerden und setzte nicht weniger als sieben Mann vom Regionalliga-Kader ein, allerdings keinen Spieler, der zwei Tage vorher beim Punktspiel in Weiden dabei war. Viktoria-Coach Rainer Kolitsch vertraute auf seine ,,Bubis“, von denen fünf im letzten Jahr noch in der Jugend spielten, und hatte mit Blessing, Kalbfleisch, Schulte, Muhl und Kwiaton noch fünf gleichwertige Leute auf der ,,Bank“, deren Chance in der langen Saison mit Sicherheit auch noch kommen wird. In der Verbandsliga hat sich mittlerweile eine etwa achtköpfige Spitzengruppe gebildet, zu der auch die Viktoria gehört.
Die ,,Lilien“ waren noch nicht richtig auf dem Feld, da stand es schon 1:0 für Griesheim. Johannes Rupp, auch ein Talent aus der letztjährigen A-Jugend, diesmal zweite Spitze neben René Behmüller, verlängerte ein Zuspiel von hinten blitzschnell weiter und traf, sicher mit etwas Glück, unhaltbar ins lange Eck Sein erster Treffer in einem Punktspiel bei den Aktiven.. Es folgte ein ausgeglichenes Spiel, wobei die Platzherren öfter zu weit vom Gegner standen, sodass die technisch versierten 98er immer besser ins Spiel kamen. Nach einer halben Stunde auf jeder Seite je ein krachender Freistoß. Den von Mastilovic meisterte Griesheims Schlussmann Felix Meyer ebenso glänzend wie auf der anderen Seite SV 98-Keeper Rainer Adolf den Bombenschuss von Oliver Greindl. Nach 32 Minuten der nicht ganz unerwartete Ausgleich zum 1:1. Eine weite Flanke von Mastilovic köpfte Cosguner ein, wobei Meyer noch mit den Händen dran war.
Die zweite Halbzeit ging dann klar an die Viktorianer. Deren unbedingter Siegeswillen war nicht zu übersehen. Martin Schwarz dirigierte im Mittelfeld und war immer anspielbar. Die Kombinationen wurden immer zwingender. Die ,,Lilien sahen sich fast nur in der Defensive gedrängt und hatten es hier in erster Linie ihrem Torhüter Rainer Adolf zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten. Was der regionalliga-erfahrene Keeper mit einer Modellfigur in der letzten halben Stunde so alles meisterte, das war schon unglaublich. Adolf wurde zeitweise von den mitgekommenen ,,Lilien-Fans“ mit Sprechchören gefeiert. Er meisterte zunächst einen Ball von Rupp aus drei Metern.und holte eine wahre ,,Granate“ von Florian Muhl aus dem Torwinkel. Jean-Marie Starck scheiterte aus kurzer Distanz, allein dreimal stand Kamil Kwiaton frei vor ihm. Als der Zerberus im Kasten einmal schon geschlagen schien, rettete die Latte bei einem Schuss von Muhl aus drei Metern. Überhaupt kam erst richtig Druck in die Griesheimer Aktionen, als die noch frischen Muhl und Kwiaton nach 70 Minuten eingewechselt wurden. Die letzten Minuten waren ganz gewiss nichts für schwache Nerven. In der Nachspielzeit hatte der ,,Fußballgott“ – sofern es einen gibt – dann doch noch ein Einsehen. Rainer Adolf klärte diesmal an der Strafraumgrenze, der abgewehrte Ball kam vor die Füße von Jean-Marie Starck, der ,,ballerte“ nicht auf das von mindesten einem Dutzend Spielern versperrte Tor, sondern hob den Ball klug aus etwa 30 Metern über ,,Freund und Feind“ hinweg ins verlassene Tor zum 2:1. Unbeschreiblicher Jubel innerhalb und außerhalb des Platzes. Sowohl Jean-Marie, der sich überschwänglich das Trikot ausgezogen hatte, als auch der wieder sehr starke Abwehrchef und Mannschaftskapitän Fabian Windeck, der den Ball nun freudig in die Lüfte kickte, sahen folgerichtig die gelben Karten. Doch das hatte und hat keine Auswirkungen. Ein ganz wichtiger Dreier war auf dem Konto.
Trainer Rainer Kolitsch, genau so glücklich wie die noch auf dem Platz feiernden Jungs, sieht sich auf dem richtigen Weg. 13 Punkte in sieben Spielen sind eine bisher gute Bilanz in der in diesem Jahr besonders starken Liga. Das nächste Spiel steigt bereits am kommenden Samstag beim südhessischen Nachbarn FC 07 Bensheim.
Es spielten: Meyer – Finger, Dantse, Windeck, Greindl – Dickler, Schwarz, Fetsch (72. Muhl), Starck – Behmüller (72.), Rupp.
Schiedsrichter: Grunenberg (Rodgau) – gute Leistung, bis auf zwei-drei kleinere Fehler
Zuschauer: 150
Tore: 1:0 Rupp (3.), 1:1 Cosguner (31.), 2:1 Starck (90+2)
Tormöglichkeiten: Griesheim 10, Darmstadt 3
Gelbe Karten: Griesheim 4 (Schwarz, Dickler, Starck, Windeck), Darmstadt 2.












