or gut einem halben Jahr, am 13. September 2009, hat Rot-Weiß Darmstadt, aktueller Tabellenführer der Fußball-Verbandsliga, sein letztes Punktspiel verloren. 1:2 lautete das Ergebnis beim damaligen Gegner SV Darmstadt 98 II. Die “jungen Lilien” sind nun, am kommenden Sonntag (Anstoß ist um 15 Uhr), zu Gast in der Heimstättensiedlung. Natürlich wollen die Gastgeber hierbei eine Revanche. Zum einen, um ihre eindrucksvolle Serie von 16 Ligaspielen ohne Niederlage, darunter 13 Siegen bei einem Torverhältnis von 50:16, fortzusetzen. Andererseits, um weiterhin zu Hause ungeschlagen zu bleiben. Aber natürlich auch wegen des übergeordneten Ziels: Den Aufstieg in die Hessenliga zu schaffen, und zwar als Meister. Dass diese Ambitionen ernst gemeint sind, haben die Rot-Weißen am vergangenen Sonntag beim 5:0 gegen den bis dahin engsten Verfolger SF Seligenstadt deutlich unter Beweis gestellt.
Einer der “Wegbereiter” dieses jüngsten Erfolgs war Manuel Do Vale Lopez, der innerhalb von fünf Minuten einen Hattrick erzielte und damit zum gefeierten Mann wurde. “Ich war an diesem Tag einfach gut drauf”, liefert Do Vale Lopez einen einfachen Grund für seinen Geniestreich. Ein weiterer sei der taktische Schachzug seines Trainers gewesen: “Stephan Adam hat mich die letzten zwei, drei Spiele bei Standards an den kurzen Pfosten gestellt, damit ich da bin, wenn die Bälle dort landen.” Letztlich spielte auch das perfekte Zusammenspiel mit Robin Frisch, dem dreifachen Eckball-Schützen, eine Rolle. “Wir haben diese Situationen oft geübt und passen schon gut zusammen”, so Do Vale Lopez. Im Derby gegen die Achtundneunziger will er “unseren Lauf fortsetzen”, denn: “Am Ende wollen wir aufsteigen. Einen Einbruch wie in der letzten Saison wird es diesmal nicht geben.”
Dass seinem Team nicht mehr als “die klare Außenseiterrolle” bleibt, ist SV98-Trainer Dirk Wolf bewusst. “Wir fahren natürlich nicht dort hin, um zu verlieren, aber wenn wir etwas reißen wollen, müssen alle Faktoren passen.” So wie bei Wolfs Trainereinstand vor einem halben Jahr im September, als sein Team mit “Kampf, Mut und Power” in die Partie ging und den Gegner regelrecht überrannte. Doch so richtig wollte es mit diesen Attributen zuletzt nicht klappen, zumindest nicht über den gesamten Spielverlauf hinweg.
So hatten die Lilien unter anderem in ihrem Nachholspiel gegen den FC Alsbach am vergangenen Mittwoch insbesondere in der ersten Halbzeit klar die Oberhand und führten verdient durch Tore von Silas Rauschmayr (19.) und Kevin Jung (33.), doch Alsbach hielt dagegen und schaffte den Ausgleich durch Wolf Ehmig (38.) und Jannis Wanitschek (56.). “Wir stellen uns vor dem gegnerischen Tor einfach zu naiv an”, macht Wolf einen der Gründe für den derzeitigen Negativlauf, der bis auf den ersten Abstiegsplatz der Tabelle führte, aus. “Rot-Weiß hat das Potenzial für die Hessenliga, bei uns sieht es da etwas anders aus”, so der Trainer zu den derzeitigen Kräfteverhältnissen.
Der FC Alsbach spielt am Sonntag bei den ebenfalls abstiegsgfährdeten Kickers Obertshausen. Als klarer Favorit empfängt der Tabellenzweite Viktoria Griesheim den Letzten SG Anspach. Auch der FCA Darmstadt ist beim Drittletzten Spvgg Griesheim favorisiert.












