Gibt es ein Aufbäumen in Griesheim? – Dirk Wolf sieht den SV 98 II bei der Viktoria als krassen Außenseiter

19. August 2010
von Thomas Zöller

Ausgerechnet gegen SF Seligenstadt, einen der heißesten Kandidaten für die Meisterschaft in der Fußball-Verbandsliga, holte der SV Darmstadt 98 II am vergangenen Wochenende seinen ersten Saisonsieg. Mit den daraus resultierenden drei Punkten, die bisher die einzige Ausbeute der Achtundneunziger nach sechs Spieltagen darstellen, rangiert die Mannschaft von Trainer Dirk Wolf auf dem letzten Tabellenplatz. Die 1:4-Niederlage gegen den FC Bensheim am vergangenen Mittwoch festigte diese Position noch. Zwar müssen sich die Darmstädter zu einem so frühen Zeitpunkt noch keine Abstiegssorgen machen, allerdings ist die Art und Weise, wie die junge “U 23″ Spiele verliert, durchaus bedenklich.

Dirk Wolf war die Enttäuschung – mehr noch: Verbitterung – nach der Niederlage gegen Bensheim deutlich anzumerken: “Was sich vor allem in den letzten dreißig Minuten abspielte, war wie ein Schlag ins Gesicht. Es gab kein Aufbäumen, die Mannschaft zeigte keinen Charakter – ich bin maßlos enttäuscht.” Zwar führten die Lilien durch ein Tor von Blerton Muca in der 35. Minute, ließen nach dem Doppelschlag von Bensheims Benedikt Saltzer (55./56.) jedoch jegliche Moral vermissen. Andreas Adamek (72./89.) sorgte in der Schlussphase für eine regelrechte Blamage des Tabellen-Schlusslichts. Und nun steht am Sonntag (Anstoß ist um 15 Uhr) das Derby bei Viktoria Griesheim an – ebenfalls eine sehr junge Mannschaft, die allerdings zumeist durch Spielfreude und Mannschaftsgeist besticht. “Wir sind ohnehin krasser Außenseiter”, meint Wolf, “und wenn wir so auftreten wie in der Schlussphase gegen Bensheim, bekommen wir Riesenprobleme.”

Zehn Punkte mehr als der SV 98 II hat der FC Alsbach auf dem Konto. Das 2:1 gegen Viktoria Griesheim (Philipp Ehmig/19. und Florian Frölich/75. trafen für Alsbach, Martin Schwarz/37. für Griesheim) bedeutete den dritten Derby-Sieg in Folge und aktuell den dritten Tabellenplatz. “Ich bin überrascht, dass es so gut gelaufen ist”, meinte FC-Sprecher Andreas Rothermel nach dem Spiel gegen Griesheim, denn die Erwartungen bei den Bergsträßern waren angesichts des schweren Auftaktprogramms mehr als zurückhaltend. In Übermut mündet die derzeitige Situation jedoch offenbar nicht. Im Hinblick auf das am Sonntag anstehende Gastspiel bei Aufsteiger Usinger TSG formuliert Rothermel vorsichtig: “Aufsteiger sind immer für eine Überraschung gut. Wir werden die ganz bestimmt nicht unterschätzen.”

Germania Ober-Roden empfängt bereits am Samstag (15 Uhr) die TGM/SV Jügesheim zum Rodgau-Derby.

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