Griesheimer Hutterer mit WM-Norm zum Titel

29. Januar 2013
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Mehrkämpfer des ASC Darmstadt übertrifft sich mehrfach und wird deutscher U 18-Meister

Eigentlich war der erste Wettkampf nach dem von Verletzungen und Wachstumsbeschwerden gepflasterten Vorjahr zur Standortbestimmung für die kommende Saison gedacht. Doch was Dennis Hutterer am Wochenende bei den deutschen Hallenmeisterschaften im Mehrkampf bot, war viel mehr als das. Es war eine Demonstration seines Potenzials, wenn vieles optimal läuft.
Der junge Leichtathlet vom ASC Darmstadt setzte sich mit 5403 Punkten im Siebenkampf der männlichen Jugend U 18 klar gegen die Konkurrenz durch. Fast 300 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Lennard Biere (MTV Heide, 5110) drückten in Zahlen aus, was speziell am zweiten Tag in der Halle unübersehbar war: ein Klassenunterschied.
Der machte sich vor allem im Hochsprung bemerkbar, wo der Griesheimer mehr als 20 Zentimeter und fast 200 Punkte zwischen sich und die Konkurrenz legte. Mit der persönlichen Bestmarke von 2,08 Metern, die er gleich im ersten Versuch klar übersprang, knackte Hutterer zugleich die Norm für die Weltmeisterschaft der U 18-Junioren im Juli dieses Jahres in Donezk (Ukraine).
Da geriet der abschließende Wettbewerb über 1000 m zur Kür, die er in 3:03,91 Minuten noch mal deutlich schneller als seine Verfolger lief. Tags zuvor hatte Hutterer den Wettkampf gleich flott begonnen. Über 60 m zeigte er seine verbesserte Sprintfähigkeit mit der drittbesten Zeit im Feld: 7,20 Sekunden waren laut Trainer Stephen Wirth (Darmstadt) „ein Auftakt nach Maß“. Mit diesem Einstieg konnte auch das Weitsprung-Handicap nicht wirklich behindern: Ein verstauchter rechter Fuß zwang Hutterer zur Umstellung auf das linke Bein. Trotzdem verbesserte er seine persönliche Bestmarke um sechs Zentimeter auf 6,42 Meter.
In seiner technisch schwächsten Disziplin, dem Kugelstoßen, steigerte er sich wieder im ersten Versuch auf die Bestleistung von 13,88 m, setzte im zweiten 14,61 m drauf und übertraf sich im letzten mit 15,66 m abermals. Spätestens jetzt war klar, dass sich das Talent in einen wahren Rausch gesteigert hatte. In der letzten Disziplin des ersten Tages, dem Stabhochsprung, notierten die Kampfrichter 4,10 Meter, womit Hutterer auf 2967 Zähler kam und lediglich acht Punkte Rückstand auf den bis dahin in Führung liegenden Lennard Biere hatte.
Den Wechsel an der Spitze vollzog der 16 Jahre alte Südhesse im ersten Wettbewerb des zweiten Tages. Über 60 m Hürden lief er mit 8,20 Sekunden die schnellste Zeit. Es folgte die Gala im Hochsprung ohne Fehlversuch bis zur Siegeshöhe.
„Es hätte nicht viel besser laufen können“, berichtete Dennis Hutterer nach den beiden Tagen, und offenbarte, dass er „schon ein bisschen überrascht“ sei über seine Leistungen. Nun erwartet Trainer Wirth „eine spannende Saison mit der Junioren-WM“, denn für die möchte sich sein Schützling Anfang Juni beim Qualifikationswettkampf in Bernhausen auch im Zehnkampf qualifizieren. Das Potenzial hat Hutterer mit dem ersten deutschen Meistertitel nachdrücklich bewiesen.

Markus Philipp

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