GroĂ-Bieberaus Trainer Marco Buxmann will Klassenerhalt schaffen – gelingt die ZĂ€sur am Sonntag gegen Spitzenreiter FCA Darmstadt?
Zwischen dem Tabellenletzten und dem Spitzenreiter der FuĂball-Gruppenliga liegen ganze 28 Punkte. Damit scheinen die sportlichen VerhĂ€ltnisse zwischen dem SV GroĂ-Bieberau und dem FCA Darmstadt klar zu sein. Doch gemeinhin haben es gerade solche Vergleiche in sich. WĂ€hrend der Favorit zur SelbstĂŒberschĂ€tzung neigt, tut der Underdog meist alles, um sich achtbar aus der AffĂ€re zu ziehen. Zwar hat GroĂ-Bieberau nur ein einziges Mal, am ersten Spieltag, gewonnen (3:1 gegen den SV Unterflockenbach) und zuletzt selbst gegen Tabellennachbarn aus der Abstiegszone geplatzt, doch sind sich die Verantwortlichen des SV der Möglichkeiten der Mannschaft bewusst und erwarten bessere Zeiten.
âIn der Mannschaft steckt durchaus Potenzial. Es ist sicher nicht so, dass wir in dieser Klasse keine Spiele gewinnen könntenâ, sagt etwa Abteilungsleiter Ronald Gerhard. Allerdings hat es die Liga durchaus in sich. âDie jetzige Gruppenliga ist stĂ€rker als die frĂŒhere Bezirksoberligaâ, zieht Gerhard den Vergleich. Mit der jungen Mannschaft falle es da schwer, mitzuhalten. Nach dem Weggang von LeistungstrĂ€gern wie Kai Arras, Christian Sternberger, Haidar Demirci, Christian Buxmann und Tim Delp sollte eine Konsolidierungsphase erfolgen. Zwei bis drei Jahre Kreisoberliga, dann könnte der Wiederaufstieg erfolgen, so die Planung. Doch daraus wurde nichts, die RĂŒckkehr in die nĂ€chsthöhere Klasse gelang sofort. Die Mannschaft habe guten FuĂball gespielt und auch die Aufstiegsrelegation ĂŒberraschend souverĂ€n gemeistert, so Gerhard. Nach dem Auftaktsieg in Unterflockenbach schien es so weiter zu gehen. Eine Woche spĂ€ter gelang gegen Germania Pfungstadt ein 1:1-Unentschieden und das blieb bis heute die magere Ausbeute des Tabellenletzten.
Nach der deutlichen 1:7-Klatsche bei Olympia Lampertheim vor knapp einem Monat schmiss Spielertrainer Peter Hernandez-Allmann den Job hin. Nun soll es Marco Buxmann richten. Der 31-jĂ€hrige hat als Spieler beim SV GroĂ-Bieberau gekickt, Sport studiert und arbeitet nun beim Deutschen Leichtathletik-Verband. Ein Fachmann sozusagen. âEs muss ein Ruck durch die Mannschaft gehenâ, lautet Buxmanns Erkenntnis. Soll heiĂen: âIch erwarte, dass sich jeder zerreiĂt und wir zeigen, dass wir in dieser Klasse bleiben wollen.â Wie Gerhard ist auch der Coach der Meinung, dass die derzeitige Situation eher psychologische Interventionen erfordert als fuĂballerische. Denn dass die Mannschaft kicken kann, stellt auch Buxmann fest. âDer SpaĂ am FuĂballâ soll wieder vermittelt, unverkrampftes Auftreten gefördert werden. âAberâ, fĂŒgt Buxmann hinzu, âdass mir in ZweikĂ€mpfen die letzte Konsequenz fehlt, habe ich schon angesprochen. Da erwarte ich mehr Einsatz.â Also doch Ernst? âNatĂŒrlich. Wir wollen keine Fahrstuhlmannschaft werden. Denn dann orientieren sich die guten Spieler, die aus der A-Jugend kommen, woanders hinâ, meint der Trainer.
Mit den Jugendmannschaften haben die Bieberauer durchaus etwas vorzuweisen: âAlle Jugendmannschaften sind voll besetzt. Die A- und C-Jugend spielen im Bezirk, die B-Jugend soll da demnĂ€chst hinkommenâ, zĂ€hlt Gerhard auf. Dass der Verein weiterhin auf Jugendförderung setzt, unterstreicht Gerhard mit seiner Aussage: âWir werden im Winter sicher keine fĂŒnf Spieler holen. Das gibtâs auf keinen Fall.â Also muss es Buxmann weiter mit dem Bestand richten. âDer Wille ist das A und O. Am Sonntag muss die Mannschaft Farbe bekennenâ, fordert der Trainer im Hinblick auf das Spiel gegen den FCA Darmstadt.
Michael MĂŒller-Möscheid
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