Konflikte gehören zum Alltag â auch zum FuĂball. Meistens können die Beteiligten sie ohne Probleme selbst lösen. Mitunter jedoch spitzen sie sich so zu, dass Trainer, Schiedsrichter und Spieler bei der Gegensteuerung ĂŒberfordert sind. Handlungshilfen bietet jetzt ein Handbuch des Hessischen FuĂball-Verbandes unter dem Titel âKonfliktmanagement im FuĂballâ, das er bei einer gleichnamigen Fachtagung in seiner Sportschule GrĂŒnberg vorstellte. Es kann zum Preis von zehn Euro beim HFV, Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt, oder unter info@hfv-online.de bestellt werden.
Die Diplom-Psychologin und -Sportwissenschaftlerin Angelika Ribler sowie Astrid Pulter vom âInstitut fĂŒr SportMediation und KonfliktManagementâ haben darin mit
26 weiteren Autoren und Autorinnen umfangreiches Hintergrundwissen, zahlreiche Ăbungen sowie Ergebnisse von wissenschaftlichen Studien zusammengestellt. Die Informationen sind auch fĂŒr Nicht-FuĂballer praxisnah aufbereitet und geben Aufschluss ĂŒber Entstehung, Verlauf und Bearbeitung von gewaltförmigen Konflikten im FuĂball mit oder ohne interkulturellen Hintergrund.
Bei der Fachtagung prĂ€sentierten Judith Scherer und Martin Winands vom Institut fĂŒr InterdisziplinĂ€re Konflikt- und Gewaltforschung der UniversitĂ€t Bielefeld zudem die Ergebnisse einer HFV-Studie zu Sportgerichtsurteilen aus der Saison 2007/08.
Ihr zufolge sank die Zahlen im Vergleich zu einer Erhebung fĂŒnf Jahre zuvor durchweg. Das betraf die Urteile (minus 479) ebenso wie FĂ€lle, denen Konflikte zwischen Personen zu Grunde lagen (minus acht Prozent), und der verurteilten ĂbeltĂ€ter (minus 7,7 Prozent). ZurĂŒck gingen auch TĂ€tlichkeiten und Beleidigungen.
Am hĂ€ufigsten vor dem Kadi standen Spieler, gefolgt von Trainern und Betreuern sowie â zusammengefasst â die verschiedenen Zuschauergruppen.. âOpferâ waren hauptsĂ€chlich Schiedsrichter.
DafĂŒr steht auch der HFV-VizeprĂ€sident fĂŒr Recht und Satzung, Torsten Becker (Hanau): âDer FuĂball ist wie unsere Gesellschaft sehr vielfĂ€ltig. Viele Menschen mit
unterschiedlicher kultureller Herkunft und Bildung spielen in Hessen FuĂball und sind in Vereinen tĂ€tig. Der FuĂball steht somit Beispiel gebend fĂŒr das Thema Integration und zeichnet sich durch groĂe Integrationsleistungen aus. Es gibt aber auch Konflikte, die dieses sportlich-faire Miteinander stören. Um diesen Konflikten konstruktiv zu begegnen, hat der HFV schon vor zwölf Jahren das Projekt “Interkulturelles Konfliktmanagement” ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich ist es fester Bestandteil unserer Verbandsarbeit, gerade auch in der Sportgerichtsbarkeit. Wir freuen uns auch darĂŒber, dass wir mit diesem Projekt innerhalb des DFB eine Vorreiterrolle einnehmen.”
lg











