Eine halbe Stunde an der Kreislaufgrenze
Beim Short-Track in Griesheim heißt die Devise wieder: „Vollgas geben“ – Auch Lothar Leder nutzt den Sprint
„Meine Pulsuhr habe ich heute nicht angelegt“, meinte Silke Spankus noch sichtlich von den kurzen, aber intensiven Strapazen gezeichnet. Die Triathletin vom SF Tria Roßdorf musste am Sonntag gemeinsam mit ihren Ligakollegen gleich zwei Wettkämpfe bestreiten. Früh morgens stand beim zweiten Griesheimer Short-Track-Triathlon erst das „Swim and run“: 225 Meter Schwimmen und zwei Kilometer Laufen. Kaum war der Rennanzug getrocknet, wurde die Hatz knapp drei Stunden später fortgesetzt. Nach 225 Meter Schwimmen im kühlen Griesheimer Freibad ging es auf dem Rad die Hauptstraße hoch und runter – fünf Runden über insgesamt acht Kilometer. Und auch auf der letzten Etappe – zwei Kilometer im Laufschritt, verteilt auf drei Runden – hieß die Devise: „Vollgas geben. Hier zählt jede Sekunde. Und jeder Fehler beim Wechseln wird bei einer solch kurzen Distanz doppelt bestraft“, sagte Silke Spankus, nachdem sie den erlösenden Zielkanal auf der Rasenfläche des Stadions erreicht hatte.
Im Zielraum herrschte kollektives Umfallen, Hecheln und Stöhnen. „Du bist ständig an der Kreislaufgrenze“, schilderte Matthias Fengler vom Ausrichter TuS Griesheim die Schinderei. „Super, genial. Das sollte man öfters machen. Das Rennformat ist zwar ungewöhnlich, aber nach einer halben Stunde ist der `Käse`gegessen“, urteilte Michael Böhler vom MTV Kronberg. Der Frankfurter Johannes Pump schloss sich der Meinung an: „Das ist zwar die pure Quälerei, macht aber trotzdem riesig Spaß.“ Stefan Östreicher vom VfL Münster fühlte sich „30 Minuten lang an der Kotzgrenze. Das war verdammt hart und trotzdem irgendwie geil.“ Harald Zemke (Tri-Heiner ASC Darmstadt) lobte: „Solche Rennen sind gut für den Zusammenhalt der Mannschaft.“
Geteilter Meinung über den Supersprint war Manfred Otto. „Für uns Senioren ist die Strecke einfach zu kurz, da fehlt die Spritzigkeit.“ Der Wendepunktstrecke konnte der Altersklassenathlet vom SF Tria Roßdorf Positives abgewinnen: „Man sieht sich ständig und kann entsprechend taktieren.“ Für Teamkollege Jürgen Straulino verwarf ein Wendemanöver auf der Radstrecke jegliche Taktik. „Plötzlich lag ich.“ Der Kollision mit dem Strohballen folgte die Neuausrichtung des Lenkers. „Da habe ich mindestens 30 Sekunden verloren.“ Und die sind auf einer solch kurzen Distanz kaum gutzumachen.
Einen spannenden Zweikampf erlebten die Zuschauer in der offenen Wertung des Short-Track Triathlon. Langstreckenspezialist Lothar Leder (StartNet Team DSW Darmstadt) wagte sich nach zehn Jahren wieder auf eine Sprintdistanz, um „an der Spritzigkeit zu arbeiten“. Gejagd von Lokalmatador Paul Schuster zeigte der 37 Jahre alte Eberstädter bei „permanent 180 Puls“ Stärke und siegte mit zwei Sekunden Vorsprung in 25:55,12 Minuten.
Die Frauenkonkurrenz gewann Rebbeka Boesner vom TuS Griesheim in 33:31,99 Minuten. Über 700 Ausdauersportler tummelten sich am Sonntag um das TuS-Sportgelände. Die Regie der Triathlonsparte des Großvereins zog eine positive Bilanz, die Lothar Leder bestätigte „Die Veranstaltung war gut organisiert.“
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2. Griesheimer Short-Track Triathlon
225 Meter Schwimmen – 8 KM Radfahren – 2 KM Laufen
Offene Wertung
Frauen
1. Rebekka Boesner (TuS Griesheim) 33:31,99 Minuten, 2. Almut Rapp (BSG Merck) 33:59,44, 3. Barbara Haas (SF Tria RoĂźdorf) 35:15,53, 4. Sandra Schad (Lufthansa) 36:56,61, 5. Margarete HeĂź (TuS Griesheim) 37:47,55
Männer
1. Lothar Leder (StartNet Team DSW Darmstadt) 25:55,12, 2. Paul Schuster (TuS Griesheim) 25:57,73, 3. Bernd Kiesel (TSG Reutlingen9 29:22,66, 4. Daniel Lutz (LC Olympia Wiesbaden) 31:36,79, 5. Steffen Ries (VfL MĂĽnster) 32:03,25
Alle Ergebnisse unter TuS Griesheim Triathlon
Bericht ĂĽber die Hessische Triathlon Liga und HTV Nachwuchscup folgt.












