Eschborn, Frankfurt, Oberursel, Sulzbach, Eppstein. Die Kassen der Kommunen sind von der Ostsee bis zu den Alpen leer. Das bleibt nicht ohne Wirkung auf „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“. Viele Jahre schon begleitet das „Team Taunus“, damit sind die Städte und Gemeinden im Taunus sowie der Stadt Frankfurt gemeint, den Radklassiker. Immer gab es Wechsel. Einige Gemeinden aus dem Vordertaunus haben sogar abgesagt. Im Moment fördern Frankfurt, Eschborn, Oberursel, Sulzbach und Eppstein das Elite- und Breitensportereignis. Ohne die materielle und ideelle Hilfen der Städte könnte das Traditionsrennen nicht organisiert werden. Frankfurt hat sein Engagement in diesem Jahr sogar verdoppelt und Eschborn sein Sponsoring um eine wesentliche Summe erhöht. „Allerdings kostet der Umzug in die Frankfurter Innenstadt auch wesentlich mehr. Am Riedberg, durch die freundliche Unterstützung der dort ansässigen Investoren, war alles viel preiswerter“, erläutert Veranstalter Bernd Moos-Achenbach seine diesjährige Situation.
Hinter diesem loyalen Engagement stehen Namen, die den Wert des Traditionsklassikers erkannt haben und ihn am Leben halten: In Frankfurt sind die beiden Protagonisten Oberbürgermeisterin Petra Roth und Sportdezernent Markus Frank, in Eschborn sind es Bürgermeister Wilhelm Speckhardt und Erster Stadtrat Mathias Geiger, in Sulzbach Bürgermeister Horst Schmittdiel, in Oberursel Bürgermeister Hans-Georg Brum und in Eppstein Bürgermeister Peter Reus. Sie begleiten schon jetzt mit ihren Mitarbeitern die Vorbereitungen auf den 1. Mai. Das „Team Taunus“ sorgt mit Großbildschirmen und Musik, Streckenverpflegung für die Fans und vielfältigen Aktionen der Gewerbetreibenden für Unterhaltung zwischen den Durchfahrten der jugendlichen und erwachsenen Radfahrer und Skater.
In Oberursel gibt es neben dem Radrennen noch einen Duathlon. Diesmal werden sogar Deutsche Meisterschaften ausgetragen. Der 1. Mai steht dort zudem ein wenig im Zeichen des Hessentages, zu dem Oberursel im Jahr 2011 einlädt. In Eppstein feuern die Fans die Weltklasse-Fahrer, die U23 und die Junioren am steilen Schulberg an, der von den Radsportlern selbst ob seiner herausfordernden Steigung nur „Schmerzberg“ genannt wird. Die VeloTour-Fahrer haben es etwas leichter, diesmal lassen sie den Schulberg aus. Sulzbach gehört selbstverständlich zur großen Schleife durch den Taunus, nicht nur weil Veranstalter Bernd Moos-Achenbach dort seine Firma hat, sondern vor allem wegen der Begeisterung, mit der die Sulzbacher an der Strecke stehen.
Eschborn baut auf dem Gelände des Möbelriesen Mann Mobilia XXXL das zweite Radsportzentrum auf. Von hier starten alle Breitensportler sowie die Elite und die U23. Live-Bands spielen, für die Kinder gibt es Parcours, die großen Team-Busse der Profis sind zu bestaunen, die Siegerehrungen und vor allem Start und Ziel mit rund 4000 Sportlern, deren liebste Beschäftigung mit dem Rad oder Inline Skates zu tun haben. 10.000 Zuschauer haben sich im vergangenen Jahr dieses Spektakeln nicht entgehen lassen. Frankfurt wartet mit den spannendsten Momenten auf die Radsportfans: Wenn die Profis auf den Rundkurs durch die City einschwenken. Dreimal ist diese 4,4 Kilometer lange Distanz zu fahren, ehe der Sieger auf der Mainzer Landstraße Höhe Bockenheimer Landstraße, also direkt links neben der Alten Oper, gekürt wird. Von morgens bis abends tragen die Sechsjährigen bis zu den Bundesliga-Juniorinnen dort ihre Wettbewerbe aus. Nicht nur das sorgt für Unterhaltung, auch die hr3 club disco auf dem Opernplatz steht ganz im Zeichen des Radsports. Alle notwendigen Genehmigungen dafür liegen jetzt vor.
„Die Bürgerinnen und Bürger in den Städten und Gemeinden tun viel im Stillen“, erzählt Moos-Achenbach, „wenn sie Gitter aufstellen oder Kuchen für die Fans backen, der später veräußert wird. Hier wird Ehrenamtlichkeit gelebt.“ Viele Vereine helfen mit und finanzieren durch ihre Verkaufsaktivitäten einen großen Teil ihres eigenen Jahres-Budgets. Noch ist die Akquise für das „Team Taunus“ nicht abgeschlossen. Veranstalter Moos-Achenbach steht noch in Verhandlungen mit Kronberg und Königstein. „Es wäre schön, wenn ich diese beiden Städte auch noch für unser Radrennen gewinnen könnte.“
Berg- und Sprintwertungen
Berg- und Sprintwertungen sind Zuschauer-Attraktionen. Drei Gemeinden im Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis haben Prämien für Sprints bei der Durchfahrt ausgelobt. Oberursel, wo es für die Klassen Elite, Junioren, U23, VeloTour 103 km etwas zu gewinnen gibt. Sulzbach, wo die Elite, Junioren und U23 sprinten. Und neu in diesem Jahr: ein Sprint der Firma RVB-Immobilien in Schwalbach.
Bergwertungen haben die Profis am Feldberg, an der Kittelhütte, Ruppertshain, in Eppstein, auf dem Mammolshainer Berg und der Billtalhöhe. Für die Junioren sind am Feldberg, an der Kittelhütte, Ruppertshain und in Eppstein Bewertungen vorgesehen, für die U23 am Feldberg, an der Kittelhütte, Ruppertshain, in Eppstein und Mammolshainer Berg. Die größte VeloTour-Strecke hat ihre Bergwertungen am Feldberg, an der Kittelhütte und in Ruppertshain. Sie werden durch eine Sprintwertung in Oberursel ergänzt.
Sprintwertungen
Oberursel: Elite, Junioren, U23, VeloTour 103 km.
Sulzbach: 2 x Elite, Junioren, U23, VeloTour 103.
Schwalbach: 2 x Elite, Junioren, U23, VeloTour 103.
Eschborn: Elite, U23.
Bergwertungen
Feldberg: VeloTour 103 km, Elite, Junioren, U23.
Kittelhütte: VeloTour 103 km, Elite, Junioren, U23.
Ruppertshain: VeloTour 103 km, 2 x Elite, Junioren, U23.
Eppstein: 2 x Elite, Junioren, U23.
Mammolshain: 2 x Elite und U23.
Billtalhöhe: Elite.












