Marathon des Sables mit Danny Verdam

25. Februar 2009
von Thomas Zöller

Der Reinheimer Ultrasportler blickt voraus:  Danny Verdam´s 6. Teilnahme – ein Schritt weiter als unendlich…

Hallo Sportbegeisterten! Ich möchte Euch ein kleinen Einblick geben in das Rennen „Marathon des Sables“ – mein nächstes Laufprojekt, und Euch einen Einblick verschaffen in eine etwas andere Welt, eine Welt in der ich ein Weg versuche zu finden zwischen Alltag, Job, Training, Beziehung und vor Allem: Träume und Emotionen.

Ich starte am 29. März zum 6. Mal in der Marokkanische Sahara, auf der Südseite vom Atlasgebirge. Über 240 Kilometer durch sengende Sonne: sechs Marathons in sechs Tagen! Die sechs Tagesetappen sind zwischen 20 und 84 Kilometer lang. Während der Mittagszeit steigt das Thermometer auf über 50°C. Über 40% der Strecke leitet die Teilnehmer durch Sanddünen. Der Rest der Strecke führt über unebenen, steinigen Untergrund. Die Hitze, die Distanz und die Reibung beanspruchen die Füße aufs Äußerste.
Hier die harten Fakten:
• 7 Tage Selbstverpflegung
• Schlafen auf dem Boden in Berberzelte
• der Rucksack wiegt etwa 10 Kilo…
• nur Wasser wird gestellt
• Dünendurchquerung mit Kompass und …gemeinsam durchkommen

Bevor und während ich den Wüstenmarathon laufe, habt Ihr die Chance meine Laufkilometer in eine Spende zu wandeln. € 1,- pro Kilometer ist der Einsatz. Es geht um ein Projekt, das mir sehr am Herzen liegt: um ein Hilfsprojekt für Kinder im Ausland, welches von der Lufthansa Help Alliance in die Welt gerufen wurde. Egal, ob langfristige Projekte oder ein kurzfristiger Einsatz im Fall einer Katastrophe – die Lufthansa-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter übernehmen persönlich die Verantwortung für die korrekte Verwendung der Spenden, denn sie kennen die Situation vor Ort und begleiten die Maßnahmen intensiv. Sie sorgen dafür, dass dein Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Danny Verdam © zoeller-media.net

Danny Verdam © zoeller-media.net

Marathon des Sables 2009
Eine Sache ist sicher. Es gibt ein Teil der Sahara zu durchqueren. Wie bei Paris-Dakar, nur zu Fuß. Alle Läufer tragen ihre gesamte Verpflegung, inkl. Schlafsack und Sicherheitsequipment auf dem Rücken. Hiermit ist ein Rahmwerk geschaffen für ein Ereignis, das für Marathonläufer als „das härteste Rennen der Welt“ gilt. Einige der Läufer haben eine Wette zu gewinnen, für Anderen ist „dabei sein“ alles. Manchen feiern Ihren Hochzeit, einige wollen ihre „Seele reinigen“, die Meisten wollen nur gesund durchkommen. Und für mich? Es wird mein Jahresurlaub sein und das zum 6. Mal.

Es ist für mich ein wunderbares Gefühl sich durch Training das Vertrauen in sich zu erarbeiten. Die Vorbereitung bietet eine Stabilität in meinem Leben, eine Sicherheit auch wenn es körperlich und geistig anstrengend ist sie zu bekommen. Laufen, sogar als Flucht? Warum tut man das, was nicht alltäglich ist? Einen inneren Antrieb der stärker ist als der Angst nicht durchzukommen oder von anderen nicht verstanden zu werden? Die Überwindungen der Vorbereitungen und das Durchhalten unter schwersten Bedingungen stärken den Menschen. Es besorgt mir Glücksgefühle.

So wie ich mich vor Jahre gefreut habe einen 10 KM Rennen bestanden zu haben, in 1998 mit meinen besten Freund meinem ersten Marathon absolviert zu haben, finde ich mich in (m)einem Erlebniswelt, der sich „Extremsport“ nennt, aber doch ganz nah am Alltag liegt…

In 4 1/2 Wochen ist es so weit. Heute Morgen bin ich um 6.30 Uhr bei minus 2 Grad losgelaufen, dieser Winter dauert ewig! Kaum zu glauben, dass ich in Kürzen bei über 45 Grad über die Dünen laufen werde. Krass. Sehr krass…

Das Leben in dieser „Wüstenwoche“ ist reduziert auf Trinken, Essen, Körperpflege und Schlafen. Das Laufen wird fast zur „Nebensache“, eine gefährliche Behauptung, ich weis. Durch die Jahre habe ich gelernt dass über die Visualisierung von meiner Vorstellungen, die Konzentration auf mein Ziel, gewisse Kräfte frei geschaltet werden. Ich brauche mein Leben nur ein „wenig“ zu ändern, mich anzupassen an den Anforderungen. Die geistige Umsetzung entscheidet. Ich vertraue auf meinem Umfeld, schätze die Unterstützung meiner Freundin und Freunde und genieße die Vorbereitung. Jedoch, nach 8 Monate von Vorbereitung werde ich ein wenig ungeduldig, eine Verletzung in der Wade hat mich zu einem 2 wöchige Laufpause gezwungen. Die Alternativen, Training auf einem Stepper im Fitness Studio, Indoor Cycling und Zirkel Training sind nicht das Ideale für mich.

Aber die Natur mit all seine Schönheit und Grauen wartet auf uns – dies treibt mich an. Ich weis, dass die Natur ein entscheidender Faktor sein kann. Die Natur ist etwas was man auf Fotos zwar festhalten kann, aber live erleben muss um zu wissen wie sie ist und was sie bewirkt. Erlebnis, „Neues“ kennen lernen, Grenzen verlegen….. deswegen sind wir Läufer alle da.

Laufen beim Marathon des Sables mehr ist als „joggen“. Die Wüste wird ein neues zu Hause sein, die Individuen werden zu Kumpels, der Alltag schiebt sich im Hintergrund, wir helfen uns in jeder Situation.

Der MdS ist geeignet für Läufer und Wanderer; es gelingt so wieso die Wenigsten die gesamte Distanz von ca. 250 KM zu joggen. Klar, es erfordert einiges an Training um hier durchzukommen, doch genau so wichtig zählt hier die Psyche. In der Vorbereitung habe ich ähnlich trainiert als das letzte Mal in 2006. Bis zu 170 KM pro Woche zur Fuß, morgens um 6:30 Uhr im Dunkeln 15 KM durch den Wald und abends, als 2. Einheit, Laufband, Krafttraining oder Indoor Cycling. Es hört sich verrückt an, aber ich bin der Meinung, daß wenn man etwas bewegen möchte, geht fast Alles.

Alle Teilnehmer tragen ihr Essen und Gepäck für die 7 Tage im Rucksack, der Veranstalter stellt nur Wasser, ca. 9 Liter am Tag. Ich kenne es, es ist ein kontinuierliches Spannungsfeld, Laufen, Essen, Trinken, Körperpflege. Wer kommt am besten damit klar? Meine Erfahrung wird sich hoffentlich jetzt auszahlen

Pflicht Items wie Notleuchtrakete, Kompass, Pfeife, Schlafsack müssen nachgewiesen werden, dazu ein Minimum an Essen, als auch ein EKG vom Arzt. So wird diesen Marathon sicher. Die meiste Teilnehmer tragen ca. 11 Kilo mit sich herum, wer halt wenige mitnimmt, läuft das Risiko zu Hungern.

Hier braucht man die Erfahrung um über die Gesamtzahl von 7 Tage die Kräfte zu verteilen, sich und sein Körper einzuschätzen und mit den ganzen Anstrengungen und Bedingungen zu Recht zu kommen. Die Einheimischen haben klar Vorteil, keineswegs beeindruckt von Gelände (Geröll und Sand) oder Temperatur (zwischen 35 und 55 Grad)

Das Ganze wird übertragen von ein großes Zahl von Fernsehanstalten, die Bilder dieser Wettkampf werden täglich um die Welt gehen, ca. 50 Journalisten, zahlreiche Kamerateams werden alle Strapazen und Emotionen festlegen. Das Internet bietet mehrere Möglichkeiten die Tagesetappen zu verfolgen, immer die neuste Ergebnisse live ins Netz! Mein Kumpel Meikel von HR3 begleitet mich mit seiner Kamera – ab 13.4. wird über das Abenteuer abends um 18 Uhr im Maintower berichtet

… ein Schritt weiter als unendlich…

Danny Verdam
www.danny-verdam.de

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