Neuer Teilnehmerrekord bei der dritten Station des Rosbacher Main-Lauf-Cups. Es gibt Tage, da bleiben Cheforganisatoren einfach nur wunschlos und glücklich zurück. So ungefähr hat sich Thomas Zöller nach dem 38. Griesheimer Straßenlauf gefühlt. Prächtiges Laufwetter, ein neuer Teilnehmerrekord mit 1979 Meldungen und 1704 Finishern, schnelle Siegerzeiten, ein vielfältiges und gelungenes Rahmenprogramm mit Cheerleadern und Sambagruppen, Wohlfühl-Ambiente vor und nach dem Startschuss, mehr als ein Dutzend Zug- und Druckläufer, in der Summe gab es Lob von allen Seiten – was will man mehr? „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg“, sagte Zöller bescheiden. Alexandra Behrens (ASC Darmstadt) feierte über die 10-Kilometer-Strecke ihren dritten Sieg in Folge und war zudem so schnell wie noch selten in ihrer Karriere (36:39 Minuten), auch die Zeiten von Dominik Burkhardt (TuS Griesheim) und Birgitt Bohn (Spiridon Frankfurt) über die Halbmarathondistanz (1:09:07 und 1:22:42 Stunden) waren durchaus bemerkenswert. Und auch die Zeit des 10-Kilometer-Siegers Rudolf von Grot (Skills 04 Frankfurt/33:08) ist ungewöhnlich schnell für eine vornehmlich dem Breitensport zugewandte Veranstaltung. Die Organisatoren vom TuS Griesheim haben die Messlatte für andere Wettkämpfe im Rahmen der regionalen Laufserie Rosbacher Main-Lauf-Cup jedenfalls ziemlich hoch gehängt und gezeigt, was alles möglich ist. Dazu gehörten auch der perfekte Getränkeservice, der Massageservice nach dem Rennen sowie die umfangreiche Speisentheke.
Und während Lokalmatador Dominik Burkhardt in Griesheim offen ließ, ob er am 10. Mai bei den deutschen Titelkämpfen in Mainz sein Marathondebüt gibt, steht die weitere Terminplanung von Birgitt Bohn längst fest. Am nächsten Samstag wird die 38-jährige Diplom-Dolmetscherin (Französisch, Englisch) an den hessischen Straßenlaufmeisterschaften in Marburg teilnehmen, in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt will sie dann „so schnell laufen, wie es geht“. Und in der Einzelwertung so weit wie möglich nach vorne kommen. Zweimal ist sie Zweite geworden, 2007 und 2008, vielleicht reicht es ja diesmal zum Titel. Die schnellsten deutschen Marathonläuferinnen sind ohnehin bereits am 3. Mai in Düsseldorf am
Start, in Mainz dürfte deshalb Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) ihre härteste Konkurrentin werden. Pichlmaier verbesserte sich im vergangenen Jahr beim Commerzbank Frankfurt Marathon auf glatte 2:38 Stunden, die Bestzeit von Birgitt Bohn steht seit eineinhalb Jahren bei 2:42:55 Stunden, gelaufen gleichfalls in Frankfurt. Dreimal in Folge hat die beste hessische Marathonläuferin mehr oder weniger identische Zeiten erzielt – 2007 in Frankfurt sowie 2008 in Mainz und in Essen – sie fühlte sich gut in Form „bei dem Trainingslauf“ in Griesheim, will aber bei den deutschen Meisterschaften „nichts auf Biegen und Brechen umsetzen“. An ihrer Seite wird wieder ihr Lebenspartner Ole Nückel sein, nicht als Tempomacher sondern als Unterstützer und Helfer. „Ich brauche keinen Tempomacher“, sagt Birgitt Bohn ganz grundsätzlich. Und mit Blickrichtung Mainz: „Ich schaue, wie es im Training läuft, dann sehen wir weiter.“ Gute Aussichten hat wiederum die Frauen-Mannschaft von Spiridon Frankfurt in der Besetzung Birgitt Bohn, Anke Holljesiefken, Vera Martens und Viera Böhler.
Es waren wohl zwei verschiedene Welten, die Birgitt Bohn in den zurückliegenden zwei Wochen im Rahmen ihrer Halbmarathon-Wettkämpfe erlebt hat. Zunächst die im organisatorischen Durcheinander beendeten deutschen Meisterschaften in Aichach („Das war einfach nur ein Lauf, kein Event“, später dann der Griesheimer Straßenlauf. „Dort war die Stimmung richtig gut, perfekt organisiert.“ In Aichach war die Frankfurterin, deren Eltern aus Mainz kommen, mit 1:19:40 Stunden gut drei Minuten schneller und wurde Siebte; in Griesheim ging sie die ersten sechs Kilometer eher verhalten und locker an, pendelte sich später bei ihrem Marathon-Renntempo ein. „Und das ging sehr kontrolliert. Die Zeit war nicht so wichtig.“ Bei den deutschen Meisterschaften will Birgitt Bohn die zweite Streckenhälfte schneller zurücklegen als den ersten Teilabschnitt, „wenn ich merke, da geht noch etwas“. Denn sie weiß: „Die Wahrheit kommt zum Schluss.“












