Schlammspritzer und tiefes Geläuf

8. Februar 2010
von Thomas Zöller

Carboo4u Cross-Trophy macht in Trebur Station – 310 Teilnehmer beim Treburer Cross am Start. Das Tauwetter der vergangenen Tage sorgte am Sonntag beim Treburer Crosslauf, der siebten Station der Carboo4u Cross-Trophy, einmal mehr für echte Crossbedingungen. Und wo tags zuvor noch Überreste des Winters zu erkennen waren, legte das Helferteam des TV Trebur beim Präparieren des Cross-Parcours rund um das Treburer Stadion selbst Hand an. Bildergalerie HIER Mit Rechen und Schaufel wurde die Strecke von Eis- und Schneeresten befreit. Der fast schon traditionellen Schlammschlacht stand somit nichts mehr im Wege. Mit jedem Rennen wurde das Geläuf tiefer und Schlammspritzer zierten Läuferbeine und Wettkampfkleidung. 310 Teilnehmer genossen heuer das Cross-Erlebnis, bei dem es gleichzeitig um die Vergabe der Meistertitel des Leichtathletikkreises Groß-Gerau ging.
„Das hat richtig Spaß gemacht“, freuten sich viele Athleten nach dem Rennen. Und auch bei den Jüngsten kam das Querfeldeinrennen einmal mehr gut an. Voller Eifer spurteten sie die letzten Meter durch dichtes Zuschauerspalier dem Ziel entgegen. Dort hatten sich die Helfer eine originelle Lösung einfallen lassen, um möglichst von Schlammspritzern der Läufer verschont zu bleiben. Direkt hinter der Ziellinie hatten sie einen Teppich ausgerollt. Dieser verschwand zwar mit jedem Lauf zusehends unter den Schlammmassen, verfehlte aber durchaus seine Wirkung nicht.
Bei Temperaturen nur knapp oberhalb des Gefrierpunkts war es einmal mehr dem Laufnachwuchs vorbehalten den vierstündigen Laufreigen zu eröffnen. Voller Stolz nahmen die Laufsprösslinge des Zwergenlaufs ihre Medaillen und Urkunden unmittelbar nach Überqueren der Ziellinie entgegen. Erster Höhepunkt des Tages war derweil das Mittelstreckenrennen der Männer. Auf der 3500-m-Distanz formierte sich rasch eine Spitzengruppe, die mit Ausnahme von Marko Arthofer vom gastgebenden TV Trebur, lediglich aus Athleten des TV Waldstraße Wiesbaden bestand. Dennoch konnte sich Arthofer durchaus achtbar auf dem heimischen Parcours verkaufen. In einem packenden Schlussspurt musste sich der Weiterstädter lediglich Moritz Hillesheim um eine Sekunde geschlagen geben. Dieser wiederholte in 10:36 Minuten und einem abermals taktisch gut eingeteilten Rennen seinen Vorjahreserfolg.

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Thomas Seibert in Front © zoeller-media.net

Auf der 7000-m-Langstrecke trug sich Thomas Seibert vom SSC Hanau-Rodenbach in 21:59 Minuten abermals in die Siegerlisten in Trebur ein. Damit scheint der Treburer Kurs, der durch mehrere Rhythmuswechsel vor allem durch die Auf- und Abpassagen am Hochwasserdamm, den Athleten alle Kräfte abverlangt, dem Hanauer ebenso gut zu liegen, wie Uwe Bernd von der LG Rüsselsheim. Im Seniorenlauf über 5600 Meter drehte der begeisterte Marathonläufer an der Spitze des Feldes einsam seine Runden. Wie viele Athleten setzte der Rüsselsheimer aufgrund der Bodenverhältnisse auf den Einsatz von Spikes. Eine Mischung aus fünfzehn und zwölf Millimeter langen Dornen verschafften dem M50-Sieger auf dem aufgeweichten Untergrund den nötigen Halt und in 19:35 Minuten den deutlichen Sieg.
Überaus deutlich war auch der Sieg von Natascha Schmitt. Die 3500-m-Distanz legte die Athletin der LG Eintracht Frankfurt in 12:21 Minuten zurück und ließ dabei der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Die vielfache Hessenmeisterin und letztjährige deutsche Triathlonmeisterin der Altersklasse 1 auf der Kurzdistanz knüpfte damit in Trebur nahtlos an ihren Erfolg beim Zahlwald-Cross vor Wochenfrist in Roßdorf an und übernahm mit ihrem Erfolg vom Wochenende zugleich auch die Führung in der Carboo4u Cross-Trophy. In den nächsten Wochen stehen für die Schloßbornerin noch weitere Crossrennen an, bevor dann die Vorbereitung für die Triathlonsaison beginnt. Rang zwei ging in Trebur an Anne Hegewald vom TV Waldstraße Wiesbaden (13:25 min). Dritte wurde Antonia Unger (LG ASV DSHS Köln / 13:47). Bei den Männern konnte Tim Lipecki in Trebur seine Führung in der Carboo4u Cross-Trophy verteidigen, auch wenn er keinen vorderen Platz im Langstreckenrennen belegen konnte. Um den Gesamtsieg in der Carboo4u Cross-Trophy bleibt es dennoch weiter spannend. Die nächsten Punkte in der Trophy-Wertung werden bereits in zwei Wochen beim Wolfskehler Crosslauf vergeben.

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