„Dein Lauferlebnis.“ Mit diesem kurzen, aber prägnanten Motto warben die Leichtathleten des TV Trebur seit gut einem halben Jahr für die „Laufnacht Trebur“, die am Freitag eine gelungene Premiere feierte. 537 Teilnehmer folgten schließlich der Einladung und hatten beim Lauf durch den Treburer Ortskern sichtlich ihren Spaß. „Das war einfach nur geil“, freute sich ein Läufer nach seinem Rennen im Ziel über die tolle Unterstützung vom Streckenrand sowie den abwechslungsreichen 1.030 Meter langen Rundkurs, den es je nach Wettbewerb bis zu sechsmal zu absolvieren galt.
„Das war mein schönster Lauf“, geizte unterdessen auch Nicole Best nicht mit Superlativen. Die Groß-Gerauerin war in der ÜWG Fitness-Challenge über 3,1 km schnellste Frau und eilte bereits als Dritte des Gesamteinlaufs dem Ziel entgegen. „Das war Klasse. Ein toller Kurs.“, so auch das Fazit von Klaus Wagner. Der Flörsheimer gewann im 6,2 km-Hauptwettbewerb in der Altersklasse M 65 und traf damit den allgemeinen Tenor der Laufnacht-Teilnehmer.
Treburs Bürgermeister Jürgen Arnold, ÜWG-Marketingleiter Marc André Glöckner sowie der Erste Vorsitzende des TV Trebur, Norbert Bolbach, teilten ebenfalls die Ansicht der Läuferinnen und Läufer und griffen alle drei gleich selbst zur Startpistole, um die Teilnehmer auf die 1030 m-Schleife zu entsenden. Marc André Glöckner erwähnte zudem im Interview mit Streckenmoderator Jochen Heringhaus, dass im Jahr 2010 sein Haus einhundertjähriges Bestehen feiert und er sich durchaus vorstellen kann, bei der Fortsetzung der „Laufnacht Trebur“ wieder dabei zu sein. „Vielleicht können wir dann auch noch etwas mehr machen“, so Glöckner. „Das freut uns natürlich zu hören“, so die Macher der Leichtathletik-Abteilung des Treburer Turnvereins, die am Freitag auf über achtzig Helfer zählen konnten, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu bewältigen.
Als letzter Kraftakt erwies sich dabei am Freitagmittag der Aufbau im Start- und Zielbereich. Zwei Effektmaschinen zauberten trotz milden Temperaturen um die elf Grad Schneeflocken in den Treburer Abendhimmel. Silke Berghoff-Tauschenk scheint dies beim Überqueren der Ziellinie bei der Laufnacht-Premiere durchaus zu gefallen. So mussten die Aufbauarbeiten entlang der Hauptstraße während des fließenden Verkehrs erfolgen. Die Vollsperrung erfolgte schließlich um 17 Uhr. Letzte Kabelverbindungen wurden verlegt, und gut eine halbe Stunde später folgte bereits der erste Startschuss. Dem Laufnachwuchs sprich den Bambini, war die Eröffnung des Laufreigens vorbehalten, die Kleinsten warteten dabei schon ungeduldig zwischen zwei Leuchtkegeln, die den Startbereich markierten. Im Ziel nahmen die Sprößlinge wenig später stolz ihre Medaillen entgegen. Zu Schneegestöber liefen die Teilnehmer der anschließenden Wettbewerbe ins Ziel. Für die Schneeflocken trotz der milden Außentemperatur von elf Grad Celsius sorgten zwei Effektmaschinen, die beidseits des Zielareals positioniert waren. Auf den letzten fünfzig Metern bis zum Ziel sorgten zudem sechzehn Scheinwerfer für ein abwechslungsreiches Lichtermeer, in das die Athleten getaucht wurden.
Ihrer Favoritenrolle wurde im Hauptwettbewerb – der ÜWG Laufnacht-Challenge über 6,2 km – die Walldorferin Alexandra Behrens (ASC Darmstadt) gerecht. Auf der zweiten Streckenhälfte konnte sich Behrens von ihrer Vereinskollegin Alexandra Bott deutlich lösen und eilte mit knapp einer Minute Vorsprung dem Ziel entgegen. Platz drei sicherte sich die schnellste Jugendliche im Feld, Julia Höhre vom PSV Grün-Weiß Kassel. Bei den Männern hatte sich unterdessen frühzeitig eine vierköpfige Spitzengruppe gebildet, welche mit Oliver Majchrzak auch den späteren Sieger hervorbringen sollte. Rang zwei im Gesamtklassement sowie den Altersklassensieg in der M 45 sicherte sich der Rüsselsheimer Lokalmatador Uwe Bernd. Das Podium komplettierte M 30-Sieger Christian Alles (Caps Team).
Besonders groß war der Andrang in den Schülerläufen. So konnten die Organisatoren des TV Trebur 292 Schülerinnen und Schüler im Ziel registrieren. „Hier hat sich bezahlt gemacht, dass wir die Schulen mit einbezogen haben“, so die Macher. Ob, wann und in welcher Form es im nächsten Jahr eine Fortsetzung der „Laufnacht Trebur“ geben wird, wird sich voraussichtlich bereits in den nächsten Tagen entscheiden. Am Mittwoch dieser Woche trifft sich das Organisations-Team zu einer Nachbesprechung. Eines ist jedenfalls sicher: Mit einer dauerhaften Installation der „Laufnacht Trebur“ würde der südhessische Laufkalender, vor allem unter dem Gesichtspunkt des Breitensports, eine Aufwertung erfahren.











