Tatort Neu-Isenburg, Alicenstraße am Sonntagmorgen: Punkt Neun Uhr fällt ein Startschuss. Die Uhr von Stefan Kirchner läuft. Eine Minute – zwei Minuten – drei Minuten. Der rechte Zeigefinger des Zeitnehmers betätigt nach drei Minuten und achtundzwanzig Sekunden die Stopp-Taste des Chronographen – fast dreieinhalb Minuten dauerte es bis der Lindwurm in Bewegung kam – alle Halbmarathon-Läufer sind auf der Strecke des 32. Internationalen Hugenottenlaufes in Neu-Isenburg.„Wir schleussen so ungefähr 350-400 Starter pro Minute durch die Zeiterfassungstore“, erklärt Software-Profi Kirchner. Heuer jubelten die Organisatoren. Die Veranstalter vom Sportamt Neu-Isenburg vermeldeten bereits im Vorfeld über 2300 Anmeldungen, mit den Nachmelderzahlen wurde 2620 Läufer registriert. Nach Abzug der Ausfallquote und den „Nichterscheinern“ verbuchte die Regie einen neuen Teilnehmerrekord. „Wir haben den 32. Hugenottenlauf mit einer Rekordteilnehmerzahl von 2.265 Läuferinnen und Läufern beendet“, strahlte Detlef Leukroth vom Fachbereich Sport der Stadt.
Die vierzehnte von insgesamt sechzehn Wertungsstationen der regionalen Laufserie Rosbacher Main-Lauf-Cup besitzt Zugkraft. Die erstmals integrierte Pfungstädter Laufcup Serie zog ebenfalls die Laufbegeisterten auf die Waldstrecke um das Stadionoval. „Wir nutzen den Lauf als Marathon Vorbereitung für Frankfurt“, schilderte ein Großteil der Dauerläufer. „Hier beim Hugenottenlauf finden wir ideale Bedingungen vor.“
Prominenz war ebenfalls am Start. Laufikone Dieter Baumann und Petra Wassiluk schnürten die Schuhe. Die Olympiateilnehmerin im Trikot des Frankfurt Marathon Projektes erreichte bei besten Wetterbedingungen als zweitplazierte Frau die Ziellinie. 39:40,7 Minuten zeigte die Uhr nach zehn Kilometer Laufen. Die Siegerin hatte ein Heimspiel. Alexandra Behrens vom Rad- und Triathlon Shop Neu-Isenburg war in flotten 38:35,4 Minuten unterwegs. „Von meiner Zeit bin ich überrascht, dass ich so schnell bin habe ich nach meinem derzeitigen Trainingsrückstand nicht erwartet“, sagte die dreifache Mutter. Dritte im Bunde – Regina Blatz vom TV Salmünster in 39:56,1 Minuten.
Die Männerkonkurrenz sicherte sich Marco Schwab vom SF Blau-Gelb Marburg in 33:23,0 Minuten vor Timo Grub (TV Hergershausen/33:30,6). Der Frankfurter Steffen Kothe wurde mit über zwei Minuten Rückstand Dritter (35:38,8).
Das Gros der Läuferinnen und Läufer entschied sich jedoch für die halbe Marathondistanz. Einen neuen Streckenrekord stellte hier bei den Frauen Birgitt Bohn auf. Die Athletin von Spiridon Frankfurt unterbot mit einer Laufzeit von 1:19:58,3 Stunden die alte Bestleistung von Veronika Ulrich aus dem Jahr 2003 um einen Wimpernschlag: Eine Sekunde war die Altersklassensiegerin der W35 gestern schneller. Vereinskollegin Ulrike Wagner überquerte nach 1:26:48,5 als Zweite im Gesamteinlauf die Ziellinie. Teresa Ebert (LG Bad Soden-Neuenhain/1:27:08,4) holt Bronze.
Das Rennen im Männerfeld kontrollierte souverän Dirk Busch (DZ Bank Runners). Für den Frankfurter wurden nach 21095 Metern die Siegerzeit von 1:11:20,2 notiert. Der M40-Altersklassensieger Abdel Graine (TV Hergershausen/1:14:45,4) kletterte auf Podiumsstufe Zwei, Michael Grupp (Skills 04 Frankfurt/1:17:08,8) auf Position Drei.
Das Kräftemessen der Schüler und Jugendlichen gewann vom MTV Urberach Alexander Cappel. Der 13-Jährige benötigte 13:19,2 Minuten für die 3500 Meter Strecke. Sophia Müller-Dott (TSV Bonames) freute sich nach 14:40,0 über den Sieg.
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