Darmstadt-Cross wird am Sonntag 25 Jahre alt und bleibt national wie international ein Magnet. Crosslaufen fristet in Deutschland weiterhin ein stiefmütterliches Dasein. In Südhessen ist davon wenig zu spüren. Während der Cross in Wolfskehlen im Februar zum 33. Mal stattfand und in Pfungstadt am 29. November 40 Jahre Crosslauf anstehen, wird in Darmstadt seit einem Vierteljahrhundert an einem Wochenende im Spätherbst Querfeldeinsport mit Niveau geboten. Der Darmstadt-Cross feiert am Sonntag 25. Geburtstag. Eine Erfolgsgeschichte, die so nicht jeder vermutet hätte.
Damit nicht genug: Mit Meisterschaften, Qualifikationsrennen sowie zwischen 800 und 1000 zum Teil von weither angereisten Aktiven ist der Darmstadt-Cross der sportlich attraktivste Wettbewerb in Deutschland. Auch am Sonntag, wenn ab 11.30 Uhr auf der Lichtwiese die Startschüsse für 15 Läufe fallen, sind wieder hochkarätige Wettbewerbe eingebettet: Europameisterschafts-Ausscheidung, deutsche Hochschulmeisterschaften, Wertungsläufe für den Deutschen Cross-Cup sowie Meisterschaften und Bestenkämpfe für die Schüler Darmstadts und den Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Einer der Höhepunkte in der Vita des Darmstadt-Cross, der 1984 Premiere feierte, waren die deutschen Meisterschaften 2005. Obwohl damals über 20 Jahre Altbewährtes funktioniert hatte, wagte Veranstaltungsleiter Wilfried Raatz mit dem eingespielten Team des ASC Darmstadt Neuerungen. Die Strecke führte seinerzeit durch ein Zelt mit Zuschauern und Cateringständen. Die Meinungen gingen stark auseinander, das Konzept wurde überdacht und schließlich verworfen.
Fest im Zeitplan steht seit einigen Jahren der Cross-Sprint, der im Vergleich zu anderen Rennterminen Zugkraft entwickelt. So hat sich der Darmstadt-Cross immer wieder neu erfunden, ohne sich untreu zu werden. Raatz spricht das einzige Manko an: „Leider haben wir auf der Lichtwiese keine Hügel, die für einen zusätzlichen Reiz sorgen würden. Ansonsten bietet der unebene Untergrund auf der Lichtwiese alles, was das Crosslaufen so interessant macht“.
Nicht zuletzt deshalb rechnet er auch beim Jubiläum mit rund 900 Meldungen – wie im Vorjahr. Dabei herrscht wieder internationales Flair: „Unsere Teilnehmer kommen aus allen Regionen der Republik, aber auch aus der Schweiz, Österreich, Italien, Polen und der Ukraine.“ Und wenn es um den Sieg in den topbesetzten Wettbewerben der Männer und Frauen geht, werden sicherlich einige Afrikaner an der Startlinie stehen. Raatz: „Wir haben allerdings hier nur kleine Prämien, deshalb ist es für die afrikanischen Läufer nicht so interessant wie zum Beispiel beim Stadtlauf.“
Im Mittelpunkt stehen erneut die Qualifikationsrennen für die Cross-EM am 13. Dezember in Dublin (Irland). Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) möchte alle sechs Wettbewerbe (Männer, Frauen sowie U 19 und U 23) besetzen. Aber nicht nur der DLV kürt EM-Starter, auch die Nationaltrainer der Schweiz und von Österreich wollen nach den Rennen ihre Nationalteams nominieren.
Hinzu kommt die Wertung für den wiederbelebten Deutschen Cross-Cup. Während Darmstadt 2008 Finalort war, bildet die Stadt 2009 im Konzept mit vier Veranstaltungen Pforzheim (8. November), Neukirchen (6. Februar) und der deutschen Meisterschaft in Stockach (6. März) die zweite Station.
Weitere Magnete sind die zahlreichen Wettbewerbe für den Nachwuchs. Dabei haben die Verantwortlichen die Startfelder bei den Jüngsten entzerrt. Diese Wettbewerbe schaffen den Rahmen des umfangreichen Programms. Hier geht es um die Meisterschaften der Schulen Darmstadts und des Landkreises Darmstadt-Dieburg.
Die Rennen beginnen um 11.30 Uhr mit den B-Schülerinnen (2500 m) und werden um 16.10 Uhr mit den C-Schülerinnen (1300 m) abgeschlossen. Auf das internationale Maß verlängert wurden die EM-Qualifikationen der Frauen und Männer – auf 8500 m und 10 300 Meter. Die Top-Wettbewerbe beginnen um 13.45 Uhr und 15.10 Uhr.












