Der Marokkaner läuft die 10 Kilometer beim Abend-Waldlauf in 30:36 Minuten. Es gibt Veranstaltungen, da passt einfach alles. Das Wetter, die Form der Läuferinnen und Läufer, die Zahl der Meldungen, die Zahl der Finisher. Und genau einen solchen Tag hatten die Veranstalter des 15. Abend-Waldlaufs in Mörfelden erwischt. Es war nicht zu heiß, vielmehr wohl temperiert, zudem gab es einen herausragenden 10-Kilometer-Streckenrekord durch den 28-jährigen Marokkaner Ammouta Younes (30:36 Minuten) im Trikot von Skills 04 Frankfurt. Und auch die Tagesschnellste, Kerstin Straub vom SSC Hanau-Rodenbach, war mit 37:15 Minuten so schnell wie noch keine Frau zuvor in Mörfelden und sicherte sich gleichfalls die Streckenrekordprämie in Höhe von 50 Euro. Dass mit letztlich 493 Finishern der Teilnehmerrekord des Vorjahres nochmals um 25 Prozent gesteigert wurde, passte da nur ins positive Bild. Das zwölfte Wertungsrennen im Rahmen der regionalen Laufserie Rosbacher Main-Lauf-Cup 2009 war also ein voller Erfolg, woran auch die 60 Schülerinnen und Schüler des 1-Kilometer-Rennens erheblichen Anteil hatten.
Gut in Szene setzten sich weitere heimische Läufer, etwa Steffen Kothe aus Frankfurt, einer der Favoriten auf den diesjährigen Gesamtsieg. Er wurde Zweiter in 34:04 Minuten. Als Drittplatzierter erreichte Harald Klein von der LG Mörfelden-Walldorf mit 34:11 Minuten persönlichen Hausrekord im Waldstadion. Das Comeback des Main-Lauf-Cup-Gesamtsiegers von 2007 ist demnach perfekt, nach verletzungsbedingter Abwesenheit im vergangenen Jahr läuft es wieder rund für den ehrgeizigen Diplom-Biologen. Auf Rang fünf kam mit Uwe Bernd (LG Rüsselsheim/34:20) ein weiterer schneller Main-Lauf-Cup-Sympathisant ein. Doch wer ist Ammouta Younes, der mit seinem locker und leicht herausgelaufenen Sieg in Mörfelden alle Zuschauer nachhaltig beeindruckte? Der Profi aus dem marokkanischen Ort Khemisset, 70 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Rabat, musste vor fünf Monaten eine zweite Operation am Vorderfuß überstehen, seit etwa zwei Monaten läuft er für den integrativen Laufklub Skills 04 und wohnt in Frankfurt bei seinem Betreuer Yassir Laqrachle. Younes ist früher auf der Bahn aktiv gewesen, mittlerweile sucht er bei Straßenläufen sein Glück. Und das seit einiger Zeit vornehmlich in Deutschland. So wurde er am 21. Juni beim Kaiserslauterer City-Lauf über 5000 Meter Siebter in 14:17,80 Sekunden, drei Tage später beim Darmstädter Stadtlauf ebenfalls Siebter nach 7,6 Kilometern in 22.39,2 Minuten. Das dritte Rennen innerhalb von einer Woche, den Ludwigshafener Stadtlauf, legte er als Fünfter in 27:36 Minuten zurück (9,6 Kilometer). „Natürlich“ sagt Betreuer Laqrachli, sei Younes in Deutschland, „um Geld zu verdienen“. In Mörfelden jedoch, „wollte er einfach nur laufen“. Und so wurde der Abend-Waldlauf zum Training unter Wettkampfbedingungen und gestoppt eine Zeit, die im Rahmen der Main-Lauf-Cup- Serie ziemlich einmalig ist. Nach der Neukonzeption der Strecke im vergangenen Jahr hatte Andrew Topham (33:10) für die erste Bestmarke gesorgt. Bei den Frauen war Kerstin Straub bereits im Jahr 2008 die Schnellste gewesen (38:35).
Noch ist offen, wie lange Younes in Deutschland bleibt und wie seine nächsten sportlichen Ziele lauten. Sein Betreuer aber hat für sich persönlich schon eine klare Vorstellung vom Saisonhöhepunkt der Laufsaison. Am 25. Oktober wird Laqrachli beim Commerzbank Frankfurt Marathon an den Start gehen. Am Tag seines 34. Geburtstages. In Mörfelden kam er als Siebter in 34:46 Minuten ins Ziel. „Nicht schlecht für einen ehemaligen Fußballer, oder?“












