Verbandsliga: Rot-Weiß im Derby souverän

6. April 2009
von Thomas Zöller

Darmstädter behaupten Platz zwei mit 4:1 in Griesheim – SV 98 punktet, Alsbach nur 1:1 beim Letzten. Rot-Weiß Darmstadt lässt im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Hessenliga nichts mehr anbrennen. Durch den deutlichen 4:1-Sieg im Derby bei Viktoria Griesheim distanzierte der Club aus der Heimstättensiedlung das Verfolgerfeld auch am 27. Spieltag der Verbandsliga. Wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt hat der SV Darmstadt 98 II durch den 2:1-Sieg bei TGM/SV Jügesheim gut gemacht, während der FC Alsbach mit dem 1:1 beim Tabellenletzten SV Somborn patzte.

Viktoria Griesheim – Rot-Weiß Darmstadt 1:4 (1:2).

Die Hoffnung von Griesheims Trainer Rainer Kolitsch erfüllte sich nicht: Die Rot-Weißen spielten souverän, hielten ihre spielerische Linie und machten keine Fehler, auf die die Gastgeber gesetzt hatten. So endete das Derby letztlich sogar mit einer klaren Niederlage für die Viktoria, die laut Kolitsch „bald mal wieder punkten muss, um nicht noch mehr unter Druck zu geraten“. Am 30. Mai, dem letzten Spieltag der Saison, gastiert seine Mannschaft beim ebenfalls abstiegsgefährdeten FC Alsbach. „Das soll kein Entscheidungsspiel werden“, so Kolitsch. Denn bis dahin hat seine Mannschaft noch in sechs Partien Gelegenheit, Zähler für den Klassenerhalt zu sammeln. Und damit soll in knapp zwei Wochen, im Spiel bei der SG Dornheim, begonnen werden.

Jubel der Rot Weißen © timmermann.tv

Jubel der Rot Weißen © timmermann.tv

Auf der anderen Seite sehen die Verhältnisse ganz anders aus: Durch den sechsten Sieg im sechsten Spiel nach der Winterpause hat Darmstadt souverän den zweiten Tabellenplatz verteidigt, zumal Verfolger SF Seligenstadt gegen den FC Bensheim nicht über ein 1:1 hinaus kam. Die Rot-Weißen waren gegen Griesheim die bessere Mannschaft und hatten mit dem dreifachen Torschützen Younes Bahssou (23./75./82.) den Goalgetter in ihren Reihen. Stefan Palla (43.), bis zum Sommer noch in Griesheimer Diensten, erzielte den vierten Treffer der Gäste. Auf der Gegenseite schaffte René Koll (39.) den zwischenzeitlichen Ausgleich – mehr war nicht drin gegen eine Darmstädter Abwehr, die die Griesheimer Offensive fest im Griff hatte.

TGM/SV Jügesheim – SV Darmstadt 98 II 1:2 (0:1).

Zuletzt hatte Darmstadts Trainer Dirk Wolf nicht immer Grund zur Freude. Das 1:1 gegen Viktoria Griesheim war nach zwei Niederlagen zumindest ein Fortschritt, brachte die Lilien in ihrem Bemühen um den Klassenerhalt jedoch nicht entscheidend weiter. Dass ausgerechnet gegen die Jügesheimer, die sich mit zuletzt drei Siegen in Folge ins obere Tabellendrittel gearbeitet hatten, der zweite Sieg nach der Winterpause gelingen würde, war kaum zu erwarten. Aber Wolf wollte es wissen und setzte mit Sven Sökler aus der Regionalliga-Mannschaft auf kontrollierte Offensive, was gelang. „Die Darmstädter haben sehr engagiert gespielt und verdient gewonnen“, äußerte Jügesheims Sprecher Uwe Kuhn. Dabei war der zweifache Torschütze Emanuel Peterson (4./90.) „der Mann des Tages“ so Wolf. Der Darmstädter Angreifer half auch in der Abwehr aus, als er in der 40. Minute einen Jügesheimer Schuss auf der Torlinie klärte. So gelang den Gastgebern lediglich ein Treffer durch Hakan Cesur (73.). „Wir haben gut gearbeitet und verdient gewonnen. Ich möchte der Mannschaft – auch wenn es mit der Chancenverwertung noch besser klappen könnte – ein Kompliment machen“, sagte Wolf.

Am kommenden Mittwoch (19.30 Uhr) gastieren die Darmstädter beim Tabellenletzten SV Somborn und könnten dort ihr Punktekonto weiter aufstocken.

SV Somborn – FC Alsbach 1:1 (1:0).

Hätte Stephan Lerch in der 70. Minute nicht zum Alsbacher Ausgleich getroffen, wäre das eingetreten, was Trainer Harald Exner befürchtet hatte: „Verlierst du so ein Spiel gegen den Tabellenletzten, machst du dich zum Affen.“ Das wurde zumindest verhindert. Doch der eine Punkt bringt Alsbach im Kampf um den Klassenerhalt kaum weiter. Dabei wäre in der Schlussphase der Partie, in der laut FCA-Sprecher Lars Taiber „nur noch wir spielten“, der Sieg möglich gewesen. Jedoch scheiterte Timo Seitz (84.) bei einem Foulelfmeter an Somborns Torwart Alexander Sommer, der zudem kurz vor dem Schlusspfiff einen Lupfer von Jan Zeug (89.) glänzend parierte. SV-Spieler El Fechtali sah vor dem Elfmeter die Rote Karte (84.), Ersin Kizarmis (16.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht.

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