VLN Langstrecken Meisterschaft: Beste Saison für schnelles Hessen-Team

9. Dezember 2011
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Längst ist die Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) 2011 Geschichte, längst sind die Motoren verstummt und wirklich Neues gibt es nicht zu berichten. Wäre da nicht Peeters Racing – das kleine, private, hessische Rennteam, das 2011 seine beste Saison seit seinem Start in die VLN erleben durfte.

Es ist alles etwas kleiner, etwas familiärer, etwas „kumpeliger“ und gleichzeitig hochprofessionell – so der erste Eindruck von Peeters Racing aus Griesheim. Ein lautes Wort von Teamchefin Anette Peeters ist während der gesamten Saison 2011 nicht gefallen. Warum auch, es gab keinen Anlass, lautstarke Befehle zu erteilen, erklärt die Teamchefin: „Auch wenn alle Helfer freiwillig bei uns anpacken – jeder weiß, was er zu tun hat, kennt seine Handgriffe und erledigt alles mit größter Sorgfalt.“ Die Rennen, die ausschließlich Samstags und auf der Nürburgring- Nordschleife ausgetragen werden, verlangen höchste Konzentration von Mechanikern, Fahrern und Teamchefin. „Die Nordschleife gilt als anspruchsvollste Rennstrecke der Welt, Fehler werden hier nicht verziehen – weder auf der Strecke, noch in der Box. Berechne ich die erforderliche Spritmenge falsch, tanken die Mechaniker während des Boxenstopps zu wenig und am Ende bleibt der Wagen liegen oder wir können weniger Runden bis zum nächsten Stopp absolvieren.“

Peeters Racing startete auch in diesem Jahr mit einem BMW 325i in der Klasse der seriennahen Fahrzeuge bis 2,5 Liter Hubraum (V4). Im Schnitt tummelten sich in der Klasse elf Fahrzeuge pro Rennen und 186 Starter im gesamten Feld. Statt wie zu Beginn der Saison geplant bei allen Rennen zu starten, musste das Team zwei Läufe auslassen. Den Grund erklärt Anette Peeters: Bei zwei Rennen hatten wir Personalprobleme – uns fehlte jeweils ein Fahrer. Da Marc Peeters die vier Stunden nicht alleine fahren wollte, haben wir es vorgezogen, nicht zu starten.“ Seit Mitte der Saison startet Bastian Pinkert (Wetzlar) regelmäßig an der Seite von Marc Peeters, wenn Zeit und Mittel es zulassen, verstärkt Martin Müller (Griesheim) das Duo. Peeters Racing konnte in der letzten Saison, bis auf wenige Ausnahmen, den Speed der Konkurrenz halten, wurde jedoch immer wieder durch kleine Probleme zurück geworfen. Lediglich beim ersten und sechsten Lauf lief alles nach Plan: Rang eins beziehungsweise zwei standen nach beiden Rennen zu Buche.

„Zwar wissen wir, dass Motorsport immer Überraschungen bereit hält, doch im Laufe der Saison nahmen sie überhand. So wurden wir mehrfach Opfer übermotivierter Wettbewerber, die uns immer wieder das Auto mit Rammstößen ramponierten. Auch in der Boxengasse herrschte nicht immer Einigkeit, und im Laufe der Saison kam es mehrfach zu Rangeleien, die jeweils kurz vor einer Handgreiflichkeit standen“, erklärt Anette Peeters. Gerade die kleinen Querelen in der Boxengasse hätten dem Team gute Platzierungen und noch wichtigere Punkte gekostet, ergänzt sie. „Für uns ist der Motorsport nach wie vor ein Hobby, das wir aus Spaß an der Sache ausüben. Zwar wollen auch wir gewinnen und Pokale sammeln – aber nicht auf Gedeih und Verderb. Das unterscheidet uns von vielen Konkurrenten in der Klasse“, erklärt Teamchefin Peeters.

Vier mal Podium
Insgesamt kann das gesamte Team jedoch auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. „Wir haben das beste Rennsportjahr seit unserem Einstieg in die Langstreckenmeisterschaft erlebt. Mit einem Klassensieg, einem zweiten und zwei dritten Plätzen haben wir unser Planziel erfüllt und liegen sogar über Soll. Zwei fünfte und sechste Plätze runden das gute Endergebnis nach neun Rennen ab“, fasst Anette Peeters im Schnelldurchlauf zusammen. Bis dahin gab es jedoch etliche „durchschraubte“ Nächte, denn neben den regelmäßigen Karosseriereparaturen, die durch gegnerische Rammstöße verursacht wurden, musste das Team immer wieder technische Verbesserungen und Veränderungen erledigen, um mit der Konkurrenz Schritt halten zu können.

Anette Peeters erinnert sich: „Wir hatten beispielsweise ein Problem mit der Kupplung: Obwohl neu und ein original BMW-Ersatzteil, rutschte sie beim ersten Rennen und konnte so die Motorkraft nicht optimal ans Getriebe weitergeben. Unsere Mechaniker und auch Bastian Pinkert haben mehrfach die Kupplung getauscht, eingestellt und Bauteile in direktem Umfeld gewechselt, ohne eine echte Verbesserung zu erfahren. Wir sind zwei Rennen mit rutschender Kupplung unterwegs gewesen, konnten dadurch nicht richtig angreifen und mussten uns auf die Verteidigung der Position konzentrieren.“

Doch alles in allem ist die Teamchefin mit der gezeigten Leistung mehr als zufrieden und gibt sich vier Monate vor Saisonstart schon wieder kampfeslustig: „Vier Mal Podium machen Lust auf mehr. Wir werden auch in der kommenden Saison in der Langstreckenmeisterschaft an den Start gehen. Die Markenvielfalt, die zahlreichen Teilnehmer und die Nähe zu den Fans macht die Serie für uns so interessant. Noch nicht ganz klar ist, in welcher Klasse wir starten, derzeit überdenken wir verschiedene Projekte. Das gesamte Team freut sich schon jetzt auf 2012 und ist guter Dinge, eine noch bessere Saison als die letzte hinzulegen.“ Der Dank von Teamchefin gilt nicht nur den Fahrern, die trotz aller Unwegsamkeiten immer Material schonend unterwegs waren, sondern auch den Sponsoren und allen freiwilligen Helfern, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben.

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