VLN Langstreckenmeisterschaft: Team Peeters Racing mit rutschender Kupplung ins Mittelfeld

26. September 2011
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Verspielte beim letzten Rennen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) das Team Peeters Racing (Griesheim) eine gute Platzierung durch einen überflüssigen Boxenstopp, so war es nun die Kupplung, die dem Team einen Platz an der Spitze verwehrte.
Trotz optimaler äußerer Bedingungen, bei strahlend blauem Herbsthimmel, Sonnenschein und konstanten Temperaturen um 20°C sah man bei Peeters Racing ausnahmslos Teammitglieder mit Sorgenfalten auf der Stirn. Grund dafür war eine rutschende Kupplung, die das Team während des gesamten 8. Rennens zur VLN begleiten sollte. Bastian Pinkert (Wetzlar), Marc Peeter und Martin Müller (beide Griesheim) drehten im offiziellen Zeittraining am Samstagmorgen insgesamt sieben Runden. Die von Pinkert eingefahrene Topzeit von 10:05 Minuten reichte lediglich für den sechsten Startplatz in der Klasse V4. Grund für diese verhältnismäßig langsame Zeit war die Kupplung, die immer wieder unter Belastung zu rutschen begann und somit nicht die volle Kraft des BMW 325i-Motors auf die Hinterräder übertragen konnte. Den Fahrern gingen auf diese Weise wertvolle Sekunden verloren – dort, wo der Wettbewerb mit Kraft um die Ecken fuhr, ging am BMW von Peeters lediglich die Drehzahl hoch, ohne diese in Vortrieb umzusetzen. Trotz der Probleme war das Team zuversichtlich, denn ein 4h-Rennen gewinnt man weder mit einer schnellen Trainingsrunde noch mit ein oder zwei Topzeiten. Konstanz ist im Langstreckensport der Schlüssel zum Geheimnis.

Pünktlich um 12 Uhr wurde der Start freigegeben und Bastian Pinkert ging als erster ins Rennen. Beim Start ließ er sich überrumpeln, verlor so drei Positionen und fuhr auf Rang acht liegend auf die Nordschleife. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch dauerte es nur wenige Meter, bis er wieder auf seinem Startplatz war. Während der Positionskämpfe zu Beginn des Rennens lief der Wagen nahezu perfekt, doch dann meldete sich die Kupplung wieder zu Wort. Trotz aller Mühen von Pinkert verlor er immer wieder eine oder zwei Positionen, die er sich dann wieder zurück eroberte. Neun Runden lang musste der Nachwuchspilot sich mit stumpfen Waffen gegen die Angriffe der Konkurrenz wehren, ehe er an die Box zum Fahrerwechsel beordert wurde. Martin Müller stand bereit und übernahm den Wagen mit frischen Reifen und vollem Tank. Auch der Griesheimer kämpfte auf verlorenem Posten: In Streckenabschnitten der gut 25 Kilometer langen Piste, bei denen die gesamte Motorleistung erforderlich ist, versagte die Kupplung und Müller durchfuhr diese Passagen mit gedrosselter Leistung.

Hinzu kamen viele Unfallstellen, die langsam zu passieren waren – ein weiterer Umstand, der viel Zeit kostete. Dennoch wurde Müller zeitweise auf einem Podiumsrang geführt: Durch die verminderte Leistung verbrauchte der BMW von Peeters Racing deutlich weniger Benzin, so dass er eine Runde länger auf der Strecke bleiben konnte, während die Konkurrenz an der Box stand. Diesen Vorteil in eine gute Platzierung umzuwandeln gelang auch Marc Peeters nicht, der in Runde 18 das Auto übernahm. Wie seine Kollegen kämpfte er verbissen, mit dem unbedingten Siegeswillen, aber mit stumpfen Waffen. Peeters musste die sich rasch nähernde Konkurrenz vorbei lassen und hatte dann alle Mühe den Anschluss nicht zu verlieren. Schuld daran war die noch immer nicht korrekt arbeitende Kupplung. Nach vier Stunden war die Tortur für Mensch und Material auch für Peeters Racing beendet – die Rennleitung winkte den schwarzen BMW 325i auf Rank sechs der Klasse V4 ab. Die Performance des schnellen Trios stimmte, auch das gesamte Setup des Autos war auf den Punkt abgestimmt. Lediglich an der nicht korrekt arbeitenden Kupplung scheiterte das Team.

Stimmen nach dem Rennen
Annette Peeters (Teamchefin): „Wir haben binnen zwei Rennen zweimal die Kupplung getauscht, der Fehler bleibt an uns haften. Jetzt müssen wir herausfinden was los ist, damit wir wenigstens in den beiden letzten Rennen ein gutes Ergebnis einfahren und mit der Konkurrenz Schritt halten können. Mit der Crew bin ich sehr zufrieden. Alle Arbeiten während der Boxenstopps wurden schnell, präzise und dennoch ohne Hektik erledigt. Die Leistung der Fahrer ist gerade durch die technischen Probleme nicht hoch genug einzustufen. Sie haben alles gegeben, und unter normalen Umständen wäre ein Podiumsplatz in greifbarer Nähe gewesen.“

Marc Peeters (Fahrer): „Das hat nicht wirklich viel Spaß gemacht: Schon im Training konnte ich nicht richtig angreifen, im Rennen war es dann auch nicht viel besser. Ich habe bis zum Anschlag gekämpft, was uns aber nicht wirklich nach vorne brachte. Jetzt müssen wir den Fehler finden, denn so zu fahren, macht wirklich keine Freude.“

Bastian Pinkert (Fahrer): „Das Training war noch ganz ok – ich hatte eine relativ freie Runde und konnte mit Schwung um die Ecken fahren. Im Rennen war es dann wieder ganz anders. Da verlor ich in Kurven regelmäßig den Schwung, weil die Kupplung die Motorleistung nicht an die Antriebsachse weitergab. Es war schwer, mit dem Wettbewerb Schritt zu halten.“

Martin Müller (Fahrer): „Der einzige Vorteil bei diesem Rennen war der etwas geringere Kraftstoffverbrauch und die dadurch verlängerten Stints. Aber sonst war es echt kein Vergnügen: Auch wenn Fahrwerk und Motor erstklassig gearbeitet haben – die Kupplung hat uns reichlich Plätze gekostet. Das Team wird den Fehler aber sicherlich finden, so dass der Wagen beim nächsten Rennen wieder wie gewohnt perfekt läuft.“

Chris H. / Uwe Meuren

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