Zwei Südhessen beim TransAlpine Run
Nach knapp 300 Kilometern und rund 15.000 Höhenmetern erreichte der Griesheimer Daniel Conka mit seinem Darmstädter Teampartner Harald Bajohr am Samstag, den 6. September das Ziel des Transalpine Runs in Sexten. „Ich kann es noch gar nicht fassen, dass wir morgen nicht laufen müssen und wir sind überglücklich das Ziel erreicht zu haben“ meinte Conka nach dem Zieleinlauf. Für die letzte Etappe durchs Hochpustertal von Niederdorf nach Sexten benötigten die beiden Alpenüberquerer noch einmal über 6:30 Stunden. „Das war heute zwar noch einmal ein langer und steiniger Weg, aber bei weitem auch die schönste der acht Etappen. Der Blick auf die Drei Zinnen im Sonnenschein auf über 2.500 Meter hat für alle Strapazen entschädigt“ kommentierte der Griesheimer den letzten Streckenabschnitt. Als Herzfrequenz-Polar-Team standen die beiden Arbeitskollegen und Freunde als eines von 228 Teams am 30. August an der Startlinie zum vierten Transalpine Run in Ruhpolding. Täglich legten die Läufer mehr als 30 Kilometer mit rund 2000 Höhenmeter zurück. Eine besondere Herausforderung wartete bereits am zweiten Tag auf die 456 Läufer und Läuferinnen. Mit dem Startschuss um 7:00 Uhr morgens mussten 48 Kilometer und über 2.500 Höhenmeter auf dem Weg von St. Ulrich im Pillerseetal bis Mittersill in Österreich zurückgelegt werden. „Ich bin in meinem bisherigen Sportlerleben noch nie mehr als 20 Kilometer am Stück gelaufen, geschweige denn einen Marathon. Ich habe wirklich nicht gedacht, dass ich das schaffe“. Aber Daniel Conka zeigte sich den Strapazen gewachsen und erwies sich als geübter Bergläufer, der seine Kräfte gut einzuteilen wusste. Für die sogenannte Königsetappe benötigten die beiden Hessen über neun Stunden und lagen mit dieser Zeit richtig gut im Rennen. „In unserer Kategorie lagen wir nach jedem Tag immer so um Platz 35. Wir hatten von allen Teams wohl die konstanteste Leistung, wir haben uns nie großartig verbessert, aber auch nicht verschlechtert und sind mit Platz 36 von gestarteten 65 Teams in unserer Alterskategorie absolut zufrieden“ resümiert Bajohr das Abschneiden. Doch bis zum Ziel in Sexten waren noch viele Kilometer und vor allem Höhenmeter zurückzulegen. Während nach dem ersten Drittel der Strecke bereits einige Teams den Anstrengungen Tribut zollen mussten und aufgrund von Überlastungen oder kleineren Verletzungen wie Blasen oder Sehnenentzündungen nicht mehr an den Start gehen konnten, lief es bei dem Herzfrequenz-Polar Team gut. Nach der Hälfte des Rennens hatte Conka nach unglücklichem Auftreten plötzlich mit Sehnenproblemen im rechten Bein zu kämpfen. „Bergab hatte ich mit heftigen Schmerzen zu kämpfen aber bergauf ging es recht gut. Wir haben uns dann ins Ziel gerettet und ich bin gleich zum Sani“ erinnert sich der Griesheimer. Mit einem Voltaren-Verband konnten die Schmerzen schließlich bekämpft werden und so machten sich die verbliebenen Teams auf den Weg zur kürzesten Etappe von 24 Kilometer, an der aber auch der höchste Punkt der Strecke, die Riesenfernerhütte auf 2780 Metern auf dem Programm stand. Am Ende des Tages zeigte Conkas Polar Laufcomputer RS800CX 5:10 Stunden Laufzeit und einen Verlust von über 3000 Kalorien an.
Während andere Teams mit Missstimmungen aufgrund von Leistungsunterschieden der beiden Partner zu kämpfen hatten, verloren Daniel Conka und Harald Bajohr trotz aller Strapazen nicht die gute Laune. Erst am vorletzten Tag spielte das Wetter nicht wie gewohnt mit. Empfindliche Kälte und zeitweise Nieselregen setzte den Läufern zu. „In den letzten zwei Tagen hatte ich massive Probleme während Daniel richtig fit wirkte. Am vorletzten Tag hatte ich heftige Atemprobleme, weil die Bronchien aufgrund der Anstrengungen einfach überreizt waren und auf der letzten Etappe fehlte mir einfach die Kraft, um schneller vorwärts zu kommen. Das hat mir natürlich mächtig auf die Psyche geschlagen, vor allem, weil ich damit Daniel gebremst habe“ beschreibt Bajohr seine Probleme. Der Transalpine Run ist in erster Linie ein Teamwettbewerb und so wartete Conka auf den Teampartner und motivierte ihn mit aufmunternden Worten bis die Ziellinie in Sexten in Sicht war. „Wir haben uns zusammen angemeldet, wir sind zusammen gelaufen und wir sind zusammen angekommen, was will man mehr“ lautet Daniel Conkas Fazit. Auf die Frage nach einer erneuten Teilnahme schmunzelt der Griesheimer: „Jetzt stehen erst einmal meine Diplom-Prüfungen an und was nächstes Jahr betrifft, kann ich noch nichts sagen“! Bajohr ist sich jetzt schon sicher: „Eigentlich sollte meine dritte Teilnahme die vorerst letzte sein, aber es ist eine so tolle Veranstaltung, dass es mich fast schon jetzt wieder in die Berge zieht“.
Harald Bajohr


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